Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 1909
- Date
- 1909-01-01
- Page
- – (sequence 54)
- Language
- German
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erkennen, begründen, befestigen: Wissenschaft, als Wissenschaft des Judentums. Aus diesem seinen persönlichen Verhältnis zur Wissenschaft des Judentums ging zunächst von ihm seit 1883 die Initiative zu einem wissenschaftlichen Werke aus, das durch seine Förderung ermöglicht wurde: die Feststellung der Inschriften des alten Friedhofes der Berliner Gemeinde nach einem von ihm entworfenen Schema durch Lands hu th. Die Früchte dieser "Arbeit erntete alsbald David Kaufmann für seine historischen Werke, der ihm seit 1882 in immer innigerer Freundschaft verbunden war. Er selbst publizierte zum 90. Geburtstage von Zunz „Zur Statistik der Juden in Preussen, ein Kapitel aus der preussischen Statistik". Für Zunzens Andenken griff er noch in seinen letzten Lebensjahren zur Feder, als in den „postumen Briefen der Kaiserin Augusta" gegen dessen Charakterfestigkeit eine Beschuldigung erhoben worden war. In seinem Artikel „Die postumen Briefe der Kaiserin Augusta und ihre Echtheit" gelingt es ihm, nicht nur jene lügenhafte Entstellung zu widerlegen, sondern zugleich den bis dahin vergeblich gesuchten Beweis für die Fälschung zu erbringen, wie dies Nippold in seinem Buche „aus dem Leben der zwei ersten deutschen Kaiser und ihrer Frauen" ausdrücklich anerkannt hat. Aus diesen Jahren stammen auch einige andere Berichtigungsartikel, wie „Philosemitische Eulenspiegeleien", „Ueber die Massentaufen." Im Auftrage des HilfsVereins für jüdische Studierende verfasste er 1891 den Bericht über dessen 50 jährige Geschichte. Nicht allein aber diese Tatsachen aus seinem Leben, sondern sein gesamtes Verhalten zu den jüdischen Dingen wird aus seinem Verhältnis zur Wissenschaft des Judentums verständlich. Dem oberflächlichen Blick mochte es auffällig werden, dass Neumann der liberalen Reform gegenüber sich zurückhaltend und ablehnend verhielt. War er doch von dem eigentlichen Ritualismus frei; wie konnte er mit den konservativen Tendenzen Nachsicht haben? Indessen sah er freilich in den Riten an sich ebensowenig .ausschliesslich, noch vorzugsweise das Judentum, wie er anderseits auch die Abwehr derselben und die Polemik gegen dieselben im Gemeindeleben und in der religiösen Literatur nicht als das Wahrzeichen des jüdischen Freisinns anerkennen konnte. Auch hiev war er nicht Parteipolitiker. Die religiöse Partei muss