Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 1909
- Date
- 1909-01-01
- Page
- – (sequence 50)
- Language
- German
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und zumal seines Freundes A. Bernstein jüdische Gelehrte aller Parteien und der verschiedenen Berufe zusammenkamen. Auch hieraus entwickelte Neumann folgenreiche Einrichtungen, zunächst dio Dienstagsvorlesungen. Da meine Verbindung mit Neumann in diesem Kreise entsprungen ist, so möge es mir gestattet sein hier zu bemerken, dass ich selbst den zweiten Vortrag in diesem Zyklus gehalten habo, am 19. Januar 18(19 über die kulturgeschichtliche Bedeutung des Sabbat, und ein Jahr darauf über den Mo«r>theismus und die Erziehung des Menschengeschlechts. Iiier liegen nun zugleich die Keime zur Begründung unserer Lehranstalt. Dem Kuratorium der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums hat er seit deren Bestehen angehört, seit 1895 war er Vorsitzender desselben und 1900 wurde er zum Ehrenvorsitzenden, 1907 zum immerwahrenden Ehrenmitgliede ernannt. Der zweite Grundsatz, von dem Neumann bei der Verwaltung unserer Lehranstalt geleitet wurde, forderte die gründliche Pflege der gesaraten Quellen des Judentums. Die hier zu lehrende Wissenschaft soll sich nicht in enzyklopädische Allgemeinheiten verflüchtigen, und auch nicht in Spezialaufgaben zerflattern, wie sie der Tag anbietet und aufdringen möchte. Bei aller allgemein-wissenschaftlichen Ausbildung, welche wir durch die Verbindung mit der Universität, an welcher alle unsere Hörer studieren müssen, zur unerlässlichen Bedingung erheben, darf dennoch aber das eigentliche Fachstudium nicht geschmälert und nicht verflacht werden. Hier gilt es, einer Richtung im Geiste der Zeitbildung, welche auf Popularisierung der Wissenschaft dringt, und daher auch die Gefahr mit sich bringt, dass die wissenschaftliche Vorbildung schon zum Teil auf die Popularisierung sich vorbereitet und einrichtet, vorsichtig entgegenzuwirken. Es gibt nur einen Weg zu jeder Wissenschaft und für jede Wissenschaft im Gebieteder Geisteswissenschaften; er besteht in der Quellenforschung. Ohnedie Kenntnis, ohne die Beherrschung, ohne diemethodische Fähigkeit und Sicherheit in der Bearbeitung des Quellenmaterials gibt es keine echte . Wissenschaft. Und alle Popularität ist vom Uebel, welche, der methodischen Quellenforschung ermangelt. Hier liegen die grossen Aufgaben unserer Anstalt. Je genauer -wir uns von schlechthin theologischen Anstalten unter-