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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1909-01-01 · 1909 · page 49

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
1909
Date
1909-01-01
Page
– (sequence 49)
Language
German
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IRI
…/2273546-2273599--1439-2275221
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JL — 60 - bilden, wie von berufenen Seiten mehrfach bezeugt wurde, ein wichtiges Kapitel in den Annaion der Stadtverwaltung von Berlin. Seine wissenschaftliche Tätigkeit wurde 1886 dadurch anerkannt, dass er in die unter Koch tagende Cholerakonferenz des Reichsgesundheitsamtes berufen wurde. Im Januar 1905 sprach er zum letzten Male in der Stadtverordnetenversammlung und zwar über den Wert der Selbstverwaltung. In demselben Jahre wurde er zum Ehrenmitglied der Gesellschaft für soziale Medicin ernannt. An diesem Mittelpunkt seiner allgemeinen Kulturarbeit stehen wir nun aber wieder vor dem anderen Strahle seines Wesens. Wir waren von seinem ersten Grundsätze für die Lehranstalt ausgegangen, hatten diesen in dem strengen Sinn für die Freiheit der Wissenschaft erkannt, und hatten sodann diese Begeisterung für die freie Wissenschaft in seinen wissenschaftlichen Arbeiten als Statistiker betätigt gefunden, zu- - gleich aber auch die soziale Richtung erkannt, welche er seiner theoretischen Tätigkeit aufprägte. Gewiss ist eine solche Verbindung von Theorie und Praxis nicht ungewöhnlich, und zumal der Statistik ist sie von Anfang an eingeboren. Vielleicht aber beruht diese Verbindung überhaupt auf einer religiösen Einwirkung, xlie sich in der Tat schon im 18. Jahrhundert bei den ersten Moralstatistikern nachweisen liisst. Keinem Zweifel aber unterliegt es, dass bei unserm Freunde die Religiosität die Grundkraft bildete, welche die Verbindung theoretischer Statistik und sozialer Medizin herstellte. Und diese Religiositätwar sein Judentum. Für die jüdischen Angelegenheiten arbeitet er im August 1857 bezüglich der geplanton Errichtung eines jüdischen Krankenhauses in der Auguststrasse eine Denkschrift aus. Auch für die Gemeindewahlen tritt er in Wahlversammlungen als Redner auf, in einer derselben für die Wahl des Prof. Steinthal zum Re-. Präsentanten. Mit dem Begründer der Reform, Dr. Breszler, steht er in freundschaftlicher Verbindung; besonders aber mit den grossen Gelehrten des Judentums, mit Zunz und Steinschneider. Wiederum, wie in den Jugendjahren Zunzens, taucht der Entwurf zur Gründung eines Kulturvereins 1862 auf. Einige Jahre später wird ein allwöchentlicher Abend eingerichtet, an dem im Konferenzzimmer der Gemeindeknabenschule und unter der stets anregenden Beteiligung des Rektors Horwitz /

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