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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1909-01-01 · 1909 · page 48

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
1909
Date
1909-01-01
Page
– (sequence 48)
Language
German
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IRI
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— 49 — Hätte er in seiner pommerschen Vaterstadt Pyrite seine Lebensarbeit vollführt, -wahrlich, er hätte auch dort vor allem unter den Mitbürgern seiner Vaterstadt wirken und schatten mögen. War das etwa Partikularismus in ihm? 'War es etwa ein einseitiger Trotz, der der modernen Sucht nach Kinfluss und Machterweiterung und Verbreiterung des Arbeitsgebietes gegenüber die geschlossenere Enge sucht, in der sich die Aufgaben vereinfachen und vor allem präziser disponieren lassen? Es mag wohl in dieser vornehmen Natur eine solche Zuneigung auf das klar Uebersehbarej auf die unmittelbare Pflicht und die Möglichkeit ihrer redlichen Erfüllung mitgewirkt haben; ausschlaggebend aber war doch die ethische 0 r u n d k r a f t seines Wesens. Den Armen m u s s geholfen weril o n. Auch hier ist die Meisterschaft seines Wesens unverkennbar. Der Theorie des Sozialismus gegenüber hielt er sich immer auf der Höhe der Selbstbeschränkung; und obwohl nächste Freunde ihn in dieser Frage mit ihrer Weisheit überschütteten, so blieb er unerschütterlich fest bei seiner Fassung der politischen Aufgabe, als einer sozialen, wie der sozialen, als einer politischen. Freisinn bedeutete ihm den Stolz bürgerlicher Unabhängigkeit und Selbständigkeit, den Stolz der Kürgerpflicht, der selbstverantwortlichen Bürgertugend. Ein jeder walte an seiner Stelle im Staate seines Amtes und seiner Pflicht. Das Amt des Bürgers im Staate ist es, für seine geistige und sittliche Unabhängigkeit, "Selbständigkeit und Selbstverantwortlichkeit und somit für seine "Vollbürtigkeit unablässig Sorge zu tragen. Nicht von obenher sind die Normen zu erwarten für die politische Arbeit des Bürgers, sondern aus dem Ideal der allgemeinen Freiheit sind sie herzuleiten, der Freiheit aller, der Freiheit eines jeden Bürgere. Der Staat muss ein Staat von Individuen werden. Das ist die bürgerliche Ansicht vom Staate in der idealen Auffassung unseres Freundes. Aber in diese bürgerliche Auffassung von dem Werte des Individuums für den Begriff des Staates verflocht er unabtrennlich die soziale Einsicht-von der B e d i n g t h ei t des Individuums durchdas geschichtliche Milieu. So führte unsern Neumann sein Grundgedanke von der sozialen Medizin auf seine Weise zur sozialen Politik. Und seine Leistungen und Schöpfungen für die hiesigen sanitären Massnahmen

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