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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1909-01-01 · 1909 · page 47

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
1909
Date
1909-01-01
Page
– (sequence 47)
Language
German
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IRI
…/2273546-2273599--1437-2275219
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- 43 - Richard Bö'ckh in steter-Anerkennung mit ihm zusammen während er bei der Arboit für die Einführung der Kanalisation, der Mitwirkung von Rudolph Virchow sich rühmen und erfreuen durfte. Ferner sorgte er für den Erlass des Schulgeldes in den Kommunalschulen und arbeitete viel für die Erleichterung der Steuerlasten in den unteren Klassen. Bald nach seinem Eintritt in die Stadtverordnetenversammlung bildete sich die Vereinigung, deren Tendenz durch den Namen der „kleinen Vorsehung" bezeichnet wurde. Auch dem neu gegründeten Verein für das Wohl der arbeitenden Klassen gehörte er an und war als dessen Delegierter auf drei statistischen Kongressen, in Amsterdam 1£55, in Brüssel 1856 und in London 18GO. In allen diesen Fragen stand er in einer sehr lebhaften Correspondenz mit dem ihm befreundeten bekannten Hygieniker Varrentrapp in Frankfurt a. M., dessen hundertjähriger Geburtstag jetzt dort begangen ward. Auch mit dem Breslauer Arzte, Geh. Sanitätsrat Graetzer und mit Körösy in Budapest verband ihn seine statistische Tätigkeit in einem lebhaften Briefwechsel. Er wurde correspondierendes Mitglied bei dem conseil de salubritö de la Province Liege 1853. 1868 trat er als Revisionsarzt in die preussische Lebensversicherungs-Gesellschaft ein. Ein intimer Zug in seiner Lebensführung darf hier nicht ohne nähere Beachtung bleiben. Wenn der moderne Mensch buchstäblicher und mächtiger als Aristoteles es denken konnte, _ ein „politisches Lobewesen" ist, so trifft dieser Ausdruck in eminenter Weise auf unsern Neumann zu. Niemals aber hat er meines Wissens danach eifrig gestrebt, Abgeordneter zu werden. Freilich mögen die Rücksichten auf seine Praxis ihm keinen Anteil an der parlamentarischen Tätigkeit gestattet haben; denn wie ich nachträglich vernehme, hat ihm die Fortschrittspartei 1862 das Mandat als Landtagsabgeordneter angeboten. Dennoch kann ich mich nicht enthalten, zentraleren Gründen seines Wesens <Ue Entscheidung beizumessen. Selbst der Siegesstimmung der 70 er Jahre gegenüber hält er unerschütterlich fest an seinen demokratischen Prinzipien und an seiner persönlichen Verehrung für Johann Jacoby. Stadtverordneter ist er in jener Zeit g e w o r d e n, als der Plan der sozialen Medizin, in ihm mächtig wurde, und Stadtverordneter ist er geblieben, und wollte er bleiben, solange seine letzten Kräfte es möglich machten.

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