Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 1909
- Date
- 1909-01-01
- Page
- – (sequence 45)
- Language
- German
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— 4c> — und dogmatischen Verschiedenheiten für das Wesen der staatlichen Institutionen von keiner Bedeutung sind. Er bekennt sich vielmehr zu der Ueherzeugung, dass Liebe und Wohlwollen, d. h. echt menschliche — nicht die nach Konfessionen und Sekten zersplitterte und geteilte — das Band sei, welches die Menschheit zu einem harmonischen Ganzen verbindet, aber er will, dass diese Liebe einen Rechtszustand erzeuge, der die Gnade entbehrlich mache, einen Rechtszustand, der den Besitzlosen ihr einziges Eigentum, ihre Gesundheit, sichere". So lässt sich hier eine gemeinsame Wurzel für seine Religiosität, für seine Liebe zur Wissenschaft und zugleich für seine Politik deutlich erkennen. In dieser Zeit begründete er den Gesundheitspflegeverein, der 1853 vom Polizeipräsidenten Hinckeldey aufgelöst wurde. Auch während der Strassenkämpfe 1848 war er beim Verbinden der Verwundeten beteiligt und wurde bei dieser Tätigkeit festgenommen. Noch 1903 hielt er in der Stadtverordnetenversammlung eine scharfe Rede für die von der Regierung nicht genehmigte Mauer um den Friedhof der Märzgefallenen. In solcher einheitlichen Jugendstimmung beginnt seine wissenschaftliche Arbeit an der Statistik, insbesondere der Berufs- und Gewerbestatistik. Seine Schrift über die Verbilligung der Receptur in der Armenpraxis macht den Magistrat auf ihn aufmerksam, der seine Kraft für die Komunalvorwaltung heranzieht. Auch wurde ei* 1855 Gewerksar zt. Schon 1852 hatte er die Zulassung zur Physikatsprüfung nachgesucht, wurde jedoch abschlägig beschieden. Als er zur Angabe des Grundes drängte, wurde ihm eröffnet, man könne zu ihm wegen seiner politischen Gesinnung nicht das Vertrauen haben, wie man es in einen Beamten setzen müsse, und noch bei seinen späteren Reisen als Delegierter zu statistischen Kongressen ins Ausland verweigerte man ihm die Passkarte. Welche innere Bedeutung hat diese Beschäftigung mit der Statistik für den Geist und für den Charakter Neumanns? 'Wenn wir so fragen, so erkennen wir: es war ein wichtiges Instrument der modernen Methodik, das "seinen Sinn für wissenschaftliche Strenge anzog. Die Statistik ist die angewandte Mathematik. Und wie die Mathematik das methodische Fundament der Naturwissenschaft bildet, so wohnt der Statistik eine methodische Bedeutung * bei für die Kulturgeschichte. Ia