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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1909-01-01 · 1909 · page 42

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
1909
Date
1909-01-01
Page
– (sequence 42)
Language
German
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IRI
…/2273546-2273599--1432-2275214
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— 43 — So aber dachte Salomon Neumann nicht. Von frühester Jugend an dachte er anders, und sein ganzes Leben stellt auch hierin eine einheitliche Entwicklung dar. Neumann wurde am 22. October 1829 geboren. Seine Vorfahren waren nachweislich durch drei Generationen vor ihm als Schutzjuden in Pyrite (in Pommern) ansässig und standen bei Juden und Christen in gutem Ansehen. Für das Maturitätsexamen 1838 am Friedrich-Wilhelms-Gyinnasium in Berlin beschrieb er im curriculum vitne sein ganzes inneres Leben; und den ganzen späteren Mann bekunden schon seine hier niedergelegten Betrachtungen über das Verhältnis von Juden und Christen in seiner Vaterstadt. Auch erwähnt er hier die Absicht, sich ganz dem Dienste des Judentums zu widmen; in einem Briefe aus jener Zeit jedoch führt er aus, dass er keine mit seiner religiösen Ueberzeugung ohne Heuchelei in Einklang zu bringende Anstellung bei irgend einer Gemeinde erhoffen könne. So bezieht er zum Studium der Medizin zunächst die Universität Halle, später Berlin, wo er bei Johannes Müller hört, aber auch bei dem konvertierten Juristen Eduard Gans. Seine freundschaftlichen Verbindungen auf der Universität sind auf die geistigen Interessen der Juden gerichtet, auf die Weckung eines jüdischen Bewusstseins, das in wissenschaftlicher Bildung seinen festen Grund haben soll. Aus den Bestrebungen dieses Kreises, dem Albert Frankel aus Dessau, der Sohn des Direktors der dortigen Franzschule, David Frankel, ferner Iii es s, Jolowicz, Hess, H. B.Oppenheim angehörten, wächst 1841 der Hilfsverein für jüdische Studierende hervor, an dessen Organisation der jugendliche Neumann lebhaften Anteil nimmt. Aus jener Zeit stammt seine erste schriftstellerische Arbeit, ein Artikel im Orient: Das Gemeindeleben in einer kleinen Stadt schildernd, Judäus Macduff unterzeichnet. Auch in seiner Vita bei der Dissertation*) schreibt er: ego Salomon Neumann Judaeus. Darauf tritt er eine Studienreise nach Wien an, die ihn über Venedig und den Gotthardt zurück nach Chaux de Fonds führt, wo sein Vetter Hermann Basswitz als Arzt lebte und mit Agassiz, D6sor und Karl Vogt wissenschaftlichen Forschungen oblag. Er blieb mehrere Monate dort -und ging sodann nach Paris, wo er. im Hopital de la Pitie arbeitete. *) „Intussuscepüonis intestinorum quatuor exempla", Halle 1842.

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