Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 1906
- Date
- 1906-01-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
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— 10 — sehr charakteristisch ist. Die Stello Sanherib, Cul. III, *22: a-si-i abulli ali-su deckt sich wörtlich mit Gen. 34,24: TO? Dieses bedeutet nicht, wie angenommen wird: „die aus dem Thor der Stadt Ein- und Aausziehcnden, d.h. alle Bewohner, bezw. all-.? Männer der Stadt im allgemeinem", sondern ist eine Redensart für „kriegstüchtige Männer-1). Auch Sanherib meint nicht jeden der aus der Stadt hinausging" sondern „alle kriegstüehtigen Männer, die einen Ausfall aus der belagerten Stadt versucht haben", und in der Erzählung von Dina und den Bewohnern Sichems kamen ja nur die kriegsfähigen Männer in Betracht.-) Das Assyrische kann uns auch noch in manch anderer Hinsicht wertvolle Dienste für die Erforschung der biblischen Spracho leisten, bloss darf man nicht die Wertschätzung des Assyrischen in dem Masse übertreiben, wie es von den Assyriologen für gut befunden wird. Abgesehen davon, dass im Assyrischen selbst noch lange nicht alles feststeht, und dass das Assyrische noch vielfach mehr auf das Hebräische angewiesen ist als umgekehrt, könnte doch der geringe Wortschatz der bis jetzt entzifferten Denkmäler nicht annähernd das leisten, was beispielsweise das Arabische bis jetzt schon geleistet hat, geschweige denn das, was es bei einem vorsichtigen und streng wissenschaftlichen Verfahren noch zu leisten im Stande ist. Muss nun die Bedeutung des Assyrischen für die Bibel schon in sprachlicher Beziehung eingeschränkt werden, so gilt dies erst recht von seiner kulturhistorischen Bedeutung, insofern sie für die Bibel in Betracht kommt. Ich brauche mich nicht gegen jene Versuche zu wenden, die die Bibel in ihren legislatorischen Gestaltungen, in ihren grossen und erhabenen Gottesverkündigungen und Dichtungen als Widerhall und Nachhall assyrisch-babylonischer Gedanken erklären wollen. Nur ganz im ') Vgl. die Bezeichnung «as »im» für „kriegsfähige Männer". Der Gebrauch von hs» im militärischen "Sinne ist sogar terminologisch für die Bestimmung der Zahl der dienstfähigen Männer geworden. So heiast Am. 5, 3 fWÖ mpa . . . P|S« mfü TO nicht „die Stadt, die zu Tansend, . . . zu Hundert auszieht" sondern einfach: „die Tausend, bezw. Hundert zählt" < 2) Dass nicht auch die kleinen Kinder derselben Operation unterzogen worden sind, geht deutlich gerade aus dem Zusatz wjr r;v »n*i» ha hervor.