Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 1906
- Date
- 1906-01-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2273546-2273593--1251-2275030- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 11 — die Heranziehung der arabischen Dialekte für das Hebräische ist, namentlich im Hinblick darauf, wie noch manches biblische Wort in den arabischen Dialekten bis auf den heutigen Tag in einer primitiven konkreten Bedeutung fortlebt, kann man aus folgendem Beispiel ersehen. Im Psalm 72,10, wo es vom glorreichen König heisst, dass ihm sämtliche Könige des Nordens und des Südens ihre Huldigungen darbringen würden, kommt ein Wort vor, für dessen richtige Erklärung allo Hilfsmittel versagen. Dem Zusammenhange nach muss es wohl als „Geschenk" gedeutet werden, da es ja parallel zu rroo steht. Wir wissen aber nicht, welcher Art dieses „Geschenk" war, und bei welcher Gelegenheit es dargeboten wurde. Dieses erfahren wir eben aus dem von den nordsyrischen Bauern nocli heute gesprochenen arabischen Dialekt. In diesem Dialekt hat sich die Bedeutung des Wortes im Worte *jSä in seiner ursprünglichen Bedeutung erhalten. Dieses Wort bedeutet, „ein Benefiz, das zu Ehren eines um eine Ortschaft sehr verdienten Mannes gesät wird". Dieses Wort wird aber auch allgemein für ein ausserordentlich ehrenvolles Geschenk gebraucht. So heisst es in einem Lobgedicht, dass ein berühmter nordsyrischer Bauerndichter aus der ersten Hälfte des verflossenen Jahrhunderts zu Ehren der Braut eines verdienten Grossbauern gedichtet hat, dass auch ihr von der Ortschaft ein zJSä, d. h. ein besonders wertvolles Geschenk, dargebracht werden solle1). Es liegt nun auf der Hand, dass dieser Sinn auch in vorliegt und auch dies wird ursprünglich ein Getreidegeschenk bedeutet haben, wie ja auch nn» ein solches bedeutete.2) 1) Vergl. Wetzsteins Bemerkungen zum Hohen Liede bei Keil und Delitzsch, p. 173. 2) Zimmern in E. Schräders Die Keilschriften u. d. AT.3 p. 649 vergleicht na»« mit assyr. i§karu, das u. a. „Abgabe" bedeutet. Sollte i§karu wirklich eine solche Bedeutung haben, dann würde es höchstwahrscheinlich mit »JoJZ zusammenhängen. selbst wird im Nordsyrisch - Arabischen wohl ein aramäisches Lehnwort sein, wio ja fast alle landwirtschaftlichen Ausdrücke und Bezeichnungen des nordsyrisch - arabischen Dialektes aus dem Aramäischen stammen. In vielen solchen Fällen findet