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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1906-01-01 · 1906 · page 6

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
1906
Date
1906-01-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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IRI
…/2273546-2273593--1247-2275026
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scn nach trotzdem viel älter als jede andere semitische Sprache, weil sie die einzige Sprache ist, -welche die primitivsten Zustände des Nomadenlebens aufs Deutlichste erkennen lässt. Sie hat die ältesten konkreten Bedeutungen konserviert und muss infolgedessen als eine primitive Sprache angesehen werden. -Dagegen zeigt das Assyrische, selbst in den ältesten auf uns gekommenen literarischen Denkmälern schon die entwickelteren Zustande eines auf einer höheren Stufe des Kulturlebens stehenden Volkes. Durch diese Fortentwicklung der Lebensverhältjiisse müssen naturgeinäss auch die Wortbedeutungen eine den veränderten Lebensverhältnissen angepasste Modifikation erfahren, und so weist das Assyrische eine entwickelter!) Phase des Bedeutungswandels in seinem Sprachschatze auf, und muss mehr oder weniger für eine Kulturspracho gelten. Dieser prinzipielle Unterschied zwischen dem Arabischen und dem Assyrischen dar/ bei etymologischen Studien niemals ausser Acht gelassen werden: gilt es, die Grundbedeutung eines Wortes in ihrer primitivsten, konkreten Form zu ermitteln, so wird man sie im Arabischen zu suchen haben; dagegen wird man sich stets mit Erfolg an das Assyrische wenden, wenn es gilt, die entwickelteren BecSeutungsfornien späterer Phasen des Bedeutungswandels, namentlich auf Grund entwickelterer Kulturzustände, zu ermitteln. In diesem Umstände liegt eben aucli die grosso Bedeutung des Assyrischen für das Hebräische. Das biblischo Hebräisch steht nämlich auf derselben Stufe des Bedeutungswandels, wie das Assyrische, weil die in diesen beiden Sprachen gekennzeichneten Kulturzustände sich auf derselben Höhe der Entwicklung bewegen. Es kann, daher nicht fehlen, dass sich die Wortbedeutungen in diesen beiden Sprachen häufig decken, so dass das Eine als Beleg für das Andere dienen kann, namentlich in solchen Fällen, wo man es mit Wörtern zu tun hat, die erst in entwickelteren Kulturepochen entstanden sind. Solche Wörter wird man kaum aus dem Arabischen erklären können; hier wird das Assyrische wohl ergiebiger sein. Professor Delitzsch suchte aber seine Behauptung der Priorität des Assyrischen dem Arabischen gegenüber aucli durch eine Reihe von Beispielen zu bekräftigen. Er stellte eine grosse Liste von hebräischen Wörtern auf (p. 45 ff vgl. auch p. 27), die

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