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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1906-01-01 · 1906 · page 5

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
1906
Date
1906-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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IRI
…/2273546-2273593--1246-2275025
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auch der die ganze grosse arabische Wüste umwohnenden Völker zusammengeflossen sind, — ferner im Hinblick auf den Konservativismus, mit dem die arabischen Stämme diese Spracbgüter gewahrt und erhalten haben, jeder Sachkundige bereit sein sollte, dem Altmeister der Semitisten, Theodor Nöldeke, zuzustimmen, wenn er sagt (Dio semitischen Sprachen, p. öS, 74DMG. -10, 720), dass das arabische Lexikon das erste und beste Hilfsmittel bleiben wird, um über dunkle Ausdrücke anderer Schwestersprachen Belehrung zu suchen. Dennoch ist in den letzten Jahrzehnten immer wieder der Versuch gemacht worden, dem Arabischen diesen Hang streitig zu machen. Am ausführlichsten handelt darüber Friedrich Dol.itzseh tu seiner ausserordentlich lehrreichen und scharfsinnigen Sehrt H „Prolegoniena eines neuer, hebräisch-aramäischen Wörterbuches zum Alten Testament- (Leipzig KSS»5)- Dem Arabischen gegenüber nimmt er für das Assyrische das Prioritätsrecht in Anspruch und meint, dass das Assyrische für die Erforschung des hebräischen Wortschatzes bei weitem ergiebiger sei als das Arabische, und dass man sich in folgedessen in erster Linie an das Assyrische zu halten haben wird. Für dieso seine Ansicht macht er geltend, dass das Assyrische die älteste semitische Schriftsprache sei und darum eine grössere Ursprüngliehkeit der Wortbedeutung erhalten haben müss6 (p. 27.). Die Ansicht der Arabisten, dass das Arabische dem Assyrischen gegenüber das Vorrecht habe, weil in seinen Wortstämmen die Grundbedeutungen noch deutlich erkennbar seien, % könne eben darum nichtj richtig sein, weil das Arabische weitaus die jüngste semitische Schriftsprache sei. Dieso Voraussetzung, wonach die grössere Ursprüngliehkeit einer Sprache von dem Alter ihrer Schriftdenkmäler abhängt, ist aber eine grundirrige; in Wirklichkeit kann das Alter der auf uns gekommenen Schriftdenkmäler, ja selbst nicht einmal die grössere Ursprünglichkeit des Lautcharakters einer Sprache für die grössere Ursprünglichkeit der Wortbedeutung massgebend sein. Massgebend kann vielmehr nur die grössere Urspriinglichkeit der Zustände und Lebensverhältnisse sein, für welche die Wörter als Bezeichnung gedient haben. Das Arabische ist wohl erst einige Jahrtausende später als das Assyrische in die Literatur eingetreten, sie ist aber ihrem inneren Wo-

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