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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1904-01-01 · 22.1904 · page 90

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
22.1904
Date
1904-01-01
Page
– (sequence 90)
Language
German
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IRI
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— 83 — willen Lienen, sondern seid denen gleich, die ihren Dienst ohne Rücksicht auf Lohn leisten, Gottesfurcht leite euch; so lehrte Antigonos aus Socho1). Heil dem Mann, der den Herrn furchtet, an seinen Geboten Gefallen hat gar sehr, an diesen Psalm (112,1) knüpft der Talmud die Folgerung: Heil dem, der an seinen Geboten Gefallen hat, jedoch nicht am Lohn für Erfüllung seiner Gebote2). Als hätten die Pharisäer den ihnen angedichteten falschen Glauben geahnt, haben sie ausdrücklich unter den Dingen, die dem Menschen unbekannt bleiben, auch dieses aufgezählt: Niemand weiss, womit er sich seinen Lohn erwirbt3). Den tatsächlichen Lohn eines guten Werks sahen sie ausschliesslich in den heilsamen sittlichen Folgen desselben: Der Lohn eines Gebots ist ein Gebot4), das heisst ein weiteres Vorwärtsstreben auf der eingeschlagenen Bahn zur Vervollkommnung. Josua b. Chananja sprach denselben Gedanken in folgender Form aus: Gott sprach zu Mose, ich habe euch das Sabbatgebot gegeben. So ihr etwa fraget, welchen Lohn erhält derjenige, der den Sabbat beobachtet, erwidere ich mit dem Propheten: Heil dem Menschen der dies tut, und dem Erdensohn, der daran festhält, der hütet den Sabbat ihn nicht zu entweihen, und dadurch seine Hand davor behütet Böses zu tun; daraus ist zu entnehmen, dass wer den Sabbat beobachtet, vor Sünden bewahrt wird5). Auch hiernach ist der Lohn der Gesetzesübung Versittlichung. Ganz denselben Gedanken finden wir bei Josephus, der aucb hier wie ein Grieche zu Griechen spricht, aber doch den Kern der Sache richtig heraushebt: Diejenigen, die das Gesetz in allen Punkten befolgen, erhalten zur Belohnung nicht Silber und Gold, auch keinen Lorbeerkranz oder eine andere Auszeichnung dieser Art, sondern ein jeder von ihnen begnügt sich mit dem Zeugnis, das sein eigenes Gewissen ihm ausstellt6). ') Abot I, 3. 2) b. Aboda Zara 19 a: vnreo «Si vnraaa. 3) Mech. 51a und Parallelstellen jnv m« psi . .. m« »aaa pia» c**m 'T "dwo nna. 4) Abot 4, 2 vgl. dazu Abot di R. Natan Ree. B. cap. 33 (36 b). 5) Mech. 60b: m»ayn p pnno na»n ns ia»nty »a bzv inab m, vgl. Bacher I, 191. 6) Ap. II, 30,

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