Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 22.1904
- Date
- 1904-01-01
- Page
- – (sequence 80)
- Language
- German
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- 73 — für die Pharisäer (und von ihnen. hat es Jesus gelernt) Nachahmung Gottes in seinen ethischen Attributen1). Heilig sollt Ihr sein u. s. w. erklärt ein Schriftgelehrter: wie das Gefolge eines Königs zum König, so steht Israel zu Gott; was hat ein solches zu tun, es muss den König in seinen Lebensgewohnheiten nachahmen2). Eine andere Auslegung lautet: Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig. Weshalb? Weil ich euch an meinen Lenden befestigt habe, wie der Prophet sagt: So wie der Gürtel an die Lenden eines Mannes anschliesst, so habe ich mir angeschlossen das Haus Israel (Jer. 13,11)3). Diese allgemeine Fassung wird auch präciser ausgedrückt: ich und er, ich will ihm gleich sein, so wie er barmherzig ist und gnädig, so will auch ich barmherzig sein und gnädig4). Ihr sollt in den Wegen Gottes wandeln (Dt. 11, 22), von dem es heisst: er ist gnädig, barmherzig, langmütig, reich an Huld. Es heisst ferner: Wer mit dem Namen Gottes genannt wird, findet Kettung (Joel 3,5); wie kann ein Mensch mit dem Namen Gottes benannt sein, der Prophet meint vielmehr „wie Gott gütig und barmherzig genannt wird, so sei auch du gütig und barmherzig, und gib Gaben unentgeltlich an alte, wie Gott gerecht genannt wird, (denn es heisst: gerecht ist der Ewige in allen seinen Wegen und gütig in allen seinen Werken Ps. 145,17), so sei auch du gerecht, wie Gott gnädig heisst, so sei auch du gnädig"5). Gottes Beruf gewissermassen ist Mildtätigkeit und Güte. Ahr raham will seinen Söhnen und Enkeln nach ihm anordnen in den Wegen Gottes zu wandeln, darum verheisst ihm Gott: Du hast meine Beschäftigung übernommen, darum sollst Du auch mein Gewand anziehen und alt werden an Tagen6). Eine spätere Autorität7) macht das noch deutlicher: Die Schrift gebietet, ihr sollt Gott nachgehen; kann man dem nachgehen, von dem es ') Vgl. Scheehter, The rabbinical conception of Holiness in Jewish Quarterly Review X, 1^-12. ') Sifra 86 c. 3) Tanh. n*»np Anfang, ed. Buber 37 b. 4) Mech. 37 a; b. Schabb. 133 b. 5) Sifre Deut. 49 (85 a). 6) Ber. rabba cap. 68 Ende. 7) Chama b. Chanina in b. Sota 14 a. Nur der hier genannte Autor des Spruchs gehört einer späteren Zeit an, die Sache selbst ist alt; vgl. Sifre a. a. 0. zu iz npa-fo, Abot di R> Natan, Rec,B. cap. 8 (ed. Scheehter IIb),