Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 22.1904
- Date
- 1904-01-01
- Page
- – (sequence 63)
- Language
- German
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— 56 — alles hat er zugleich mit ihnen vorhergesehen und vorherbestimmt" 1). Die tägliche Erfahrung freilich bewies, dass die Stellung der Völker zu Gott von der Israels wesentlich verschieden war, dieses innigere Verhältnis musste durch ein besonders enges Band erklärt werden. „Jedem Volk gab Gott einen Führer, aber Israel ist ein Teil des Herrn" (Sir. 17,15)2). Gott ist ein Gott der ganzen Welt, aber über Israel liess er seinen Namen besonders ruhen3). Gott hilft und stützt alle Weltbewohner, uns aber in ganz besonderem Masse4). Diese Sätze bilden das wohlüberdachte Ergebnis einer Prüfung des Glaubensbestandes, sie geben die Antwort auf die Frage, inwiefern die Annahme besonders inniger Beziehung zwischen dem Gott des Himmels und der Erde und einem einzelnen Volke berechtigt war5). Welches Volk durfte man Kinder Gottes nennen, diejenigen, die die Offenbarungen des Herrn besassen, oder die sie verwarfen? Oder konnte ein frommer Israelit wirklich den Gedanken in sich aufkommen lassen, als ruhe über den Völkern der Geist Gottes? Die allwaltende Liebe Gottes hatte seine Offenbarung nicht auf ein bestimmtes Land und nicht auf ein einzelnes Volk beschränken wollen0), die Thora ward öffentlich gegeben und den Heiden angeboten worden, sie selbst aber hatten das Reich Gottes von sich abgeschüttelt und lieber einen Mmrod zum König 1) Ass. Mosis 12,4 (Kautzsch II, 330). 2) Vgl. dazu Jubil. 16, 32 (Kautzsch H, 68); in diesem Buche treten natürlich wieder die Engel und die Geister auf. 3) Mech. 102a, Sifre Dt. 31 (73a): uwa iov Smn wby. 4) Mech. 36b: mii *b bzx ubtyn '«3 bsb nn«*pwi *my, vgl. das. 37a. fi) Dieses wichtige Problem ist nicht von modernen Theologen zuerst aufgeworfen worden, sondern mit aller Klarheit bereits von den Schriftgelehrten formuliert. Sifre Deut. 31 (73a): na«3 nnb I3'nf>« "i w «xio *ini»3 iöp ^in i3»nf?« tdä Kehn tim in« »n "johs 133 *bm Tis y» noi Skup» *nbx n |ran >3B m yrot bs n«i» nsvz n»oye y nai« nntt mv bnm bxiv* bv b»"\v> »nfw *ia\b T\abn noi 'n in«n ub n« *ia«3 *iaa vhm 'üi mi»3, dass. in Mech. 102 a, vgl. auch Sifre das. 40 (78b): nn« la «xva im» «in »bn\ *inw «in naSa b»*\vr> »ai bw idw its>» «Si vh nsn *ini« 'wi San n«. 6) Mech. 62 a: bzpb nxnn S31 . . . npsn nipns ««Dme pitjn min njn: Sapn «13».