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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1904-01-01 · 22.1904 · page 61

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
22.1904
Date
1904-01-01
Page
– (sequence 61)
Language
German
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IRI
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— 54 stellten Boten Gottes.1) Je mehr man Gott zum abstrakten Begriff machte, ihn nur als den ruhenden Gott im Sinne des aitBi>qov betrachtete, desto mehr bedurfte man dieser Hilfsmittel, um den schaffenden und -wirkenden Gott zu erklären. Ja man kann noch einen Schritt weiter gehen und sagen, dass gerade die Ansicht „die Welt ist durch das Wort erschaffen", die etwas grobsinnliche Vorstellung des Machens und Schaffens einschränken sollte. Davon aber, dass Mittelwesen zwischen Gott und die Welt getreten seien, ist im genuinen und naiven Judentum niehts zu finden; die gegenteilige Ansicht, dass Gott an dem Urmenschen einen Bundesgenossen beim Schöpfungswerk hatte, wird direkt bekämpft2). Das Ziel der Schöpfung ist der Mensch, die Welt ist um seinetwillen ins Dasein gerufen3). Er ward geschaffen „im Ebenbilde Gottes". Dieses Wort wurde keineswegs körperlich aufgefasst, wie es die Griechen taten, sondern rein geistig; schon die LXX deuten in ihrer Uebersetzung an, dass das Wort auf die seelischen Eigenschaften hinweist, die dem Menschen allein in der Schöpfung verliehen sind und ihn zur Krone derselben erheben. „Ein Liebling Gottes ist der Mensch, denn er ward in seinem Ebenbild geschaffen"4). Nur ein Mensch ward unmittelbar von Gott geschaffen, um damit die Einheit des Menschengeschlechts und den Wert jeder einzelnen Menschenseele einzuprägen. Warum ward der Mensch allein geschaffen? Damit jeder sich sage, um meinetwillen wurde die Welt geschaffen, ich bin für ihre sittliche Haltung mit verantwortlich. Ferner: damit nicht die Völker gegenseitig sich befehden, damit sie nicht sagen, mein Vater war grösser als der deine, mein Geschlecht ist älter als das deinige5), vielmehr uns alle hat ein Gott geschaffen, einen Vater hat die ganze Menschheit. Darum ist der Satz „dies ist die Schöpfungsgeschichte des Menschen, in seinem Ebenbilde schuf Gott.den Menschen* nach Ben Azzai der wichtigste Lehrsatz, das Grund- *) Vgl. Sifre Num. 139 (52a) vithn vhs nww> \>» nmnn hsv iud. 2) Tos. Sanh. VD1, (428) wtpyos ioy svn epe» onoi« p'ön in» vhv. 8) Syr. Bar. 14,18 (Kautsch II, 417 f.). 4) Abot HI, 14. 5) Mischna Sanhedrin IV, Ende und Tos. das. VIII (427 f.).

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