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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1904-01-01 · 22.1904 · page 53

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
22.1904
Date
1904-01-01
Page
– (sequence 53)
Language
German
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IRI
…/2273546-2273589--1098-2274875
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- 4S ~ dass Gott vor den Israeliten beim Auszug aus Aegypten einherging, dass er wie ein Kriegsherr am Schilfmeer erschien, oder dass Gott am siebenten Tage ruhte, so wird das Ungeziemende der wörtlichen Auffassung solcher Bilder hervorgehoben und sogleich ein anderer Bibelvers angeführt, der dem anthropomorphischen Bilde widerspricht. „Gott ruhte: Ja giebt es denn Ermattung vor Gott, von dem es heisst „er ermattet und ermüdet nicht" (Jes. 40,28), sondern es ist nur ein bildlicher Ausdruck, bwii wenn es möglich wäre, sich Gott so vorzustellen"1). . . . Gottes Wesen ist einfach zwar, aber erhaben über alle menschliche Erkenntnis: Ein Ungläubiger sagte zu Gamliel II (in Rom ca. 100): Ich weiss, was Euer Gott macht. Anstatt zu antworten, seufzte Gamliel und gab als Ursache hiervon an, er habe einen Sohn jenseits des Meeres, nach dem er sich sehr sehne. „Weisst du nicht, wie er sich befindet? Da der Ungläubige seine Unfähigkeit dazu bekennt, antwortet Gamliel: Du weisst nicht, was auf Erden vorgeht, und willst erkennen, was im Himmel geschieht2). R. Josua, dem Genossen Gamliels, werden viele Gespräche mit Kaiser Hadrian zugeschrieben, darunter auch dieses: Der Kaiser sagte: Ich möchte Euren Gott sehen, da forderte ihn Josua auf zur Juli-Sonne aufzublicken, was er nicht vermochte, und der Rabbi rief aus: Die Sonne, die doch nur einer der Millionen Diener Gottes ist, vermagst du nicht anzusehen, wie willst du die Herrlichkeit Gottes selbst schauen.3) Nichtsdestoweniger bestehen die bildlichen Ausdrücke und Schilderungen von Gott zu recht; nicht dass sie wörtlich zu nehmen wären, denn dann widersprechen ihnen andere Bibelstellen und die vernünftige Ueberlegung, aber es sind Bilder, die unserem begrenzten Verstände angemessen sind, „wir benennen oder umschreiben ihn nach dem Massstabe seiner Geschöpfe, damit der Sinn davon in unser beschränktes Ohr eindringen könne4)." Je nach der Auffassungsfähigkeit des Menschen 1) Mechilta 69b Tgl. das. 26 a, 38a. 2) b. Sanhedr. 39 a, vgl Bacher I, 86. 8) Hulin 69 b, Bacher a. a. 0. 180b, vgl. ähnliche Fragen IV Ezra 4,1—lö (356), das. 6,34 (362). 4) Mech. 65 a zu Exod. 19,18: jn»n r\»-\ittb (vimaa) vn« pa» w« nn deutlicher das.: j»db6 rhw xmv no \mn -\ivh.

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