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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1904-01-01 · 22.1904 · page 20

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
22.1904
Date
1904-01-01
Page
– (sequence 20)
Language
German
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IRI
…/2273546-2273589--1065-2274842
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- 13 - „Söhne Zadoks" gegeben wurde; sie mag ihn nicht ungern angenommen haben, da die Vornehmheit, auf die sie Anspruch machte, in ihm klar zum Ausdruck kam1). Die Gegner waren die Partei, die die Absperrimg gegen das Heidnische zum System erhob und aufs strengste durchgeführt wissen wollte; es waren die „Abgesonderten", d. h. diejenigen, die jede Gemeinschaft mit den Heiden verpönten, und zwar nicht allein in der Ehe, sondern auch im persönlichen Verkehr, im Handel und Wandel; diejenigen, die den Warenbezug aus dem Ausland erschwerten und es sehr ungern sahen, wenn mit Rom oder mit anderen Mächten ein Bündnis abgeschlossen wurde, mit einem Worte: Gegner der Vermischung {inifi^ia) und Vertreter der cqtugfa, der Absonderung. Diese aber heisst hebräisch nwne, darum gaben ihnen die stolzen Gegner den Namen p^ns, die Abgesonderten, woraus ®aQi<fatoi, Pharisäer wurde. Luxus und Genusssucht hatten den Hellenismus befördert, darum führten die Pharisäer ein enthaltsames Leben und gönnten sich keine Annehmlichkeit2). Man darf sich den Gegensatz der beiden Parteien nicht als den der Priester und des Volkes denken; die Pharisäer hielten fest am Tempel und an der Heiligkeit der Priester, Hessen ihnen ihre Abgaben und ihren Vorrang; andererseits waren die Priester nicht alle Gegner der Pharisäer, viele schlössen sich ihnen an. Der Gegensatz liegt vielmehr hauptsächlich in ihrer verschiedenen Auffassung von Politik und Staat. Aus dem Unterschied ihrer Stellung in der Gesellschaft und im Staatsleben erklären sich die Differenzen, die zwischen den beiden Parteien bestanden. Josephus, der es liebte, die jüdische Geschichte seinen heidnischen Lesern unter der Schablone griechischer Verhältnisse darzustellen, berichtet als erste Unterscheidungslehre: „Die Pharisäer lehren, dass alles nach einem J) Diese von Geiger (Urschrift 101 ff., Jüd. Zeitschrift II) zuerst vertretene Auffassung der Sadducäer hat in neuester Zeit eine wesentliche Stütze erhalten. Im Schlussgebete des Sirach im wiedergefundenen hebräischen Original heisst es 51,12: \mh pns »ana imaS vnn; danach war zur Zeit Sirachs das Geschlecht der Zadokiten noch als das hohepriesterliche gefeiert. 2) Jos. Ant. XVIH, 1, 3. Zur Ableitung des Namens Pharisäer vgl« Derenbourg, Essai 76 ff., 454.

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