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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1904-01-01 · 22.1904 · page 10

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
22.1904
Date
1904-01-01
Page
– (sequence 10)
Language
German
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IRI
…/2273546-2273589--1055-2274832
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- 3 - Eeligion zu betrachten, ist es unsere Pflicht, erst die eigentümliche Stellung der Pharisäer als Partei zu erörtern, die äussere Form zu zeigen, in der ihre Religion zur Betätigung kommt, und zu prüfen, ob diese äussere Form die Eeligion so veräusserlichte, „dass sie zu einem Labyrinth von Schluchten, Irrwegen und heimlichen Ausgängen" wurde — ein solches Zerrbild von Eeligion verlohnte es sich nicht zu untersuchen —, oder ob nicht vielmehr auch darin Glaubens- und Sittenlehre als Ziel der Eeligion sieh offenbaren. Die religiösen Erscheinungen im Judentum bieten zu jener Zeit eine eigentümliche Vereinigung von Gegensätzen dar: auf der einen Seite Massregeln behufs strenger Absonderimg, auf der andern eine starke, ständig wachsende Auswanderung, der Wunsch nach einer strengen Abgrenzung gegen das Heidentum und das Streben nach ausgedehnter Mission, eine Vergeistigung und Vereinfachung der Eeligion und doch wieder ihre Beschwerung durch Formen, stark ausgebildeter Individualismus und zielbewusster Nationalismus, ein ungeheurer Eespekt vor der Vergangenheit mit grenzenlosem Autoritätsglauben und doch wiederum ein Geist der Neuerung und des Umsturzes; aber allen diesen Erscheinungen liegt doch dieselbe Erkenntnis zu Grunde, dass das Wesen der Eeligion bilden: Liebe zu Gott, Liebe zur Tugend und Liebe zu den Mitmenschen. IL Quellen. Die direkten Quellen für die Geschichte der Pharisäer fliessen recht spärlich; eine Darstellung ihrer Eeligionsanschauungen ist in systematischer Durcharbeitung nirgends vorhanden. Wir müssen uns statt dessen mit den wenigen Notizen begnügen, die hier und da über sie gegeben sind; aber abgesehen auch von deren Dürftigkeit sind sie wenig brauchbar und oft mehr verwirrend als aufklärend. Die Nachrichten über die Pharisäer lassen sich in zwei Klassen einteilen: 1) Die Aeusserungen und Urteile Anderer über die Pharisäer, 2) Ihre eigenen Zeugnisse von ihrer Eeligion in ihrer Litteratur und in ihren religiösen Einrichtungen. 75" /

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