Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 21.1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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- 118 - nicht den geringsten Schimmer von ihm wahrnehmen. Aber selbst nachdem er an der Sonne vorübergegangen, können wir ihn am nächtlichen Himmel so lange nicht beobachten, als er sich nicht weit genug von dem glänzenden Tagesgestiru entfernt hat, um nicht mehr in den Strahlen desselben zu verschwinden. Zwischen Vollmond und letztem Viertel ist sein erborgtes Licht noch so stark, dass man ihn sogar am hellen Vormittag wahrnehmen kann; mehrere Stunden nach der Konjunktion ist die Sichel, welche den der Erde zugekehrten Theil der beleuchteten Moudhälfte darstellt, noch so schmal, dass sie erst mit Anbruch der Nacht gesehen werden kann, wenn die Sonne schon so tief unter dem Horizonte steht, dass das schwache Licht des untergehenden Mondes erfolgreich gegen den matten Schein der Abenddämmerung anzukämpfen vermag. Je weiter der Mond sich von der Sonne nach Osten hin entfernt hat^ je grosser also „die Elongation"— d.i. der Läugenunterschied zwischen den Oertern beider Himmelskörper — desto breiter seine Sichel, desto heller sein Glanz, desto leichter überwindet er auch ein stärkeres Dämmerlicht; und umgekehrt, je tiefer die Sonne uuter dem Gesichtskreise steht, je grösser also „der Austritts- oder Schungsbogen" — d. i. der Höhenunterschied der beiden Oerter — desto fahler die Dämmerung, desto eher wird sie auch von einer schmälern Monifsichel besiegt. Elongations- und Austrittsbogen ergäuzeu sich somit innerhalb gewisser weiter unteu (§§ 17—21) genau bezeichneter Grenzen gegenseitig; je grösser der eiue ist, desto kleiner kann der andere sein. Will man daher ermitteln, ob der neue Mond in einer bestimmten Nacht schon sichtbar sein wird, so kommt es in der Hauptsache darauf au, für den gegebenen Zeitpunkt die Grösse jener beiden Bogen zu berechnen, um an ihrem Verhältnis zu einander die Frage zu prüfen, ob das Licht des untergehenden Mondes schon stark genug sein wird, um von einem normalen Auge wahrgenommen zu werden. Die Berechnung der Elongation, die der Verfasser hier als »erste Länge" bezeichnet, ist zwar recht umständlich, kann uns aber nicht mehr schwer fallen, nachdem wir im ersten Abschnitt dieser Abhandlung den wahren Ort der Sonne und im zweiten den des Mondes zu bestimmen gelernt haben. Wir brauchen nur den Ort der Sonne von dem des Mondes abzuziehen, und wir haben »die erste Lange0. Es gilt also nur noch den Sehungsbogen zu be-