Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 20.1902
- Date
- 1902-01-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
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— 76 — 2. Der tropische und der anomalistisehe Monat. Kap. XIV § 2-6. Im Ptolemäisehen System ist der tropische Monat (Einl. S. 24) die Zeit, in welcher der Mittelpunkt des Epizykels durchschnittlich einen Umlauf vollendet, der anomalistisehe Monat (das. S. 25) die Zeit, in welcher der Mond den Epizykel umkreist Die Dauer des tropischen Monats durch unmittelbare Beobachtung zu ermitteln, ist eine missliche Sache. Ob man nun mittels der Instrumente zu verschiedenen Zeiten die Länge des Mondes zu bestimmen sucht, um aus dem inzwischen durchlaufenen Bogen die Dauer des ganzen Umlaufs zu berechnen, oder ob man es vorzieht den Augenblick festzustellen, in welchem ' der Mond zu demselben Fixstern zurückkehrt, an dem man ihn vor einiger Zeit vorüberziehen sah, immer wird man mit der sehr beträchtlichen Parallaxe zu rechnen haben, deren Werth nicht allein von der Zenithdistanz abhängt, sondern auch von der wechselnden Entfernung zwischen uns und dem Monde (vgl. Eiul. S. 10). Auch die Beobachtung der Sonnenfinsternisse eignet sich nicht für unsern Zweck, denn eine solche tritt nicht in dem Momente ein, in welchem die Mittelpunkte der Sonne, des Mondes und der Erde eine grade Linie bilden, sondern in dem Augenblicke, in welchem sich der Mond zwischen unser Auge und die Sonne schiebt, so dass wiederum die Parallaxe in Rechnung zu ziehen ist. Wohl aber bieten die Mondfinsternisse eine vorzügliche Gelegenheit, behufs Ermittelung der Monatsdauer Messungen vorzunehmen. Eine Mondfinsternis entsteht dadurch, dass der Mond durch den Schatten der zwischen ihm und der Sonne befindlichen Erde eingehüllt wird. Wir brauchen also nur den Ort der Sonne zu bestimmen, deren _ Parallaxe so gering ist (das. ,S. 11), dass sie iüglich ausser Acht gelassen werden kann, und dem Ergebnis 180° hinzuzufügen, so haben wir den wahren Ort des Mondes. Hat man denselben auf diese Weise durch zwei Finsternisse ermit-