Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 20.1902
- Date
- 1902-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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— 68 — messer. Nachdem er seine Ergebnisse in den comptes rendus der Juhre 1845 und 184*5 veröffentlicht hatte, schrieb er an Galle, damals Observator an der Berliner Sternwarte, am 18. September 1846 einen Brief, den dieser am Morgen des 23. September erhielt, und in welchem er gebeten wurde, an einer genau bezeichneten Stelle des Himmels nach einem Planeten von ungefähr 3" Durchmesser zu forschen. Und wirklich fand er ganz in der Nähe jenes Ortes den gesuchten Wandelstern, der später den Namen Neptun und den Dreizack als Zeichen erhielt. Ein wunderbarer Triumph der Wissenschaft und zugleich ein glänzender Beweis für die Richtigkeit der Newton'schen Theorie! Was von den Bahnen der Planeteu gilt, findet entsprechende Auwenduug auf die Bewegung des Mondes, auf welche Newton in erster Reihe seine Theorie gegründet hat. Die Ellipse, die der Mond beschreibt, ist die Resultierende derselben zwei Komponenten, welche die Planetenbahnen bestimmen, nur dass hier die Erde im Brennpunkte sich befindet, die Sonne aber grade der störende Körper ist. Wenn diese auch vom Monde 400 mal so weit als die Erde entfernt ist, so hat sie dafür eine 319455 mal so grosse Masse als jene, aus welchem Verhältnis man sofort erkennt, dass die Störungen, welche die Anziehungskraft der Sonne in der Mondbahn verursacht, erheblich grösser sein müssen als diejenigen, welche die Planeten sich gegenseitig zufügen. Je nach der Stellung, welche die Sonne zur Erde und zum Monde einnimmt, äussert sich ihr Einfluss bald in einer Beschleunigung, bald wieder in einer Verzögerung seiner Bewegung. Im Neumond wie im Vollmond (den sogenannten Syzygien) bilden die drei Körper nahezu öine gerade Linie, im ersten und im letzten Viertel aber (den sogenannten Quadraturen) ein rechtwinkeliges Dreieck. (Wenn in Fig. 8 G der Ort der Sonne und B der Ort der Erde ist, so bezeichnet A die Stellung des Mondes zur Zeit des Vollmondes und-A' zur Zeit des ersten oder des letzteu Viertels). Die Bewegung des Mondes wird daher, wie oben gezeigt wurde, in denjenigen Quadranten, in deren Mitte die Syzygien liegen eine Beschleunigung, in den beiden anderen dagegen, in deren Mitte die Quadraturen fallen, —eine Verzögerung erfahren. Am grössten wird seine Geschwindigkeit in den Syzygien selbst sein, am kleinsten in den Quadraturen; ihren mittlem Werth aber wird dieselbe in den vier