Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 20.1902
- Date
- 1902-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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— 67 — bald mehr von .jenem, je nach ihrer infolge'der ungleichen Umlaufszeiten sehr schnell wechselnden Stellung zu einander, hald stärker und hald schwäehcr,jeuach ihren durch die elliptische Form ihrer Bahnen bedingten grösseren oder geringeren Entfernungen von der Sonne. Die Wirkung dieses Wechselspiels der Kräfte gewahren wir in den zahlreichen Störungen, welche die Planetenbahnen erleiden. Kennt man die jeweilige Entfernung der Planeten von einander, das Verhältnis ihrer Massen uud die' Neigung ihrer Bahnen, so kann man den Werth der von jedem einzelnen ausgehenden Störuugeu genau bestimmen. Die Rechnung ist allerdings, wie man leicht einsieht, sehr langwierig und verwickelt, die grösste uud noch immer nicht überwundene Schwierigkeit besteht aber darin, dass die Störungen sich wieder gegenseitig stören. Will man nämlich, im: den Ort des Planeten A zu berechnen, die von seinen Nachbarn B und C ausgehenden Störungen in Ansatz bringen, so muss man doch vor allem die Oerter dieser beiden Himmelskörper ermitteln uud hierbei auch die Störungen berücksichtigen, welche die Anziehungskraft von A in den Bahnen derselben hervorruft, was wieder eine genaue Kenntnis des erst zu bestimmenden Ortes von A voraussetzt. Da dieses Problem noch der Lösung harrt, verfahrt man einstweilen in der Weise, dass mau zunächst den Ort des Planeten ohne Rücksicht auf die Störungen berechnet, dann aber das Ergebnis nach uud nach berichtigt, indem man die störenden Einflüsse aller in Betracht kommenden Planeten einzeln untersucht, die Störungen aber, die sie sich gegenseitig zufügen, ausser Acht lässt, da ihre Wirkung zu unbedeutend ist, um das Resultat wesentlich beeinflussen zu können. Es entsteht das Problem der drei Körper (Planet, Sonne und störender Himmelskörper), welches auch in dieser Beschränkung noch zu den schwierigsten Aufgaben der Sternkuude gehört, und dessen Lösung sich trotz der Unvollkommenheit der Methode bei der Auffindung des Planeten Neptuu in einer merkwürdigen Weise bewährt hat. Auf Grund von Ungleichheiten in der Bahn des Uranus, die sich durch den Einfluss der übrigen diesseits desselben befindlichen Planeten nicht genügend erklären Hessen, vermutheten einige Astronomen noch einen Wandelstern jenseits desselben. Durch eine umgekehrte Störungsrechnung bestimmte Leverrier nicht allein sämmtliche Elemente seiner Bahn, sondern auch seine Masse und seinen scheinbaren Durch-