Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 19.1901
- Date
- 1901-01-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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— 12 — einander und setzt hinwiederum oft Trennungszeichen, wo sie nicht hingehören, nämlich zwischen die Teile eines und desselben Proömiums.1) ■i Wenn wir nun zur Feststellung dieser die Folgezeit Jahrhunderte hing beherrschenden Kunstform der Predigt zunächst die Sammluug Gen. r. berücksichtigen, so folgen wir hierin dem Vorgange Leruer's, der in seiner gelehrten Abhandlung „Anlage des Bereschith Kabba und seine Quellen"2) das höhere Alter dieser Sammlung gegenüber den anderen Sariimlungen, — Pesikta d. II. K. und Lcv. r. t— die uns dieselbe Kunstform bieten, aus vollkommen zureichenden Gründen neuerdings erschlossen hat. Leider können wir seine anderweitigen Ausführungen für unsern Zweck nur wenig benützen; er schreibt dem Redaktor eine so tief eingreifende Thätigkeit zu, dass man hiernach die homiletische Form seiner Vorlagen nicht mehr zu kennzeichnen vermag. Wieso Lerner übrigeus bei der von ihm gewonnenen fruchtbaren Erkenntnis, dass die Proömien in Geu. r. weil sie nur selten zusammengesetzt sind, auf einer älteren Stufe der Entwickelung stehen, als diejenigen der Pesikta d. R. K.} wo die Zusammensetzung häufiger ist, dennoch behaupten kann, dass die zusammengesetzten Proömien als solche vom Redaktor herrühren3), ist nicht zu begreifen. Eine solche Entwickelung wird nicht durch die Arbeit des Redaktors, sondern nur durch die lebensvolle Wirksamkeit des Predigers vollzogen. Warum soll ferner gerade der Redaktor und nicht schon der Prediger ältere Agadot, wie die des R. 1) Vgl. z. B. Kap. 30 (Anfang), wo drei Proöiuien zu einem Abschnitt verbunden werden; Kap. 40 S. 162b und K. 42 S. 168b, wo je das zweite mit dem dritten Proöinium verbunden ist. K. 44 S. 177 a sind das zweite, dritte und vierte Proömium in eins zusammengezogen. K. 53 S. 215 a sind das dritte und vierte, ferner das fünfte, sechste und siebente, endlich das achte und neunte je mit einander verbunden etc. etc. — Dagegen wird K. 46 S. 188 b das zweito Proömium in drei Teile, K. 70 S. 272b das eine Proömium in zwei Teile zerrissen. In der Perikopen-Ausiegun^ zumal sind dio Abschnitte völlig grundlos angeordnet 2) A. a. O. 1880, S. 157fif.; 1881, S. 30ff. 3) A. a. 0. 1880, S. 206.