Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 19.1901
- Date
- 1901-01-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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- 11 - sind1), abgezogen werden müssen, gar keine Schlussformel mehr aufzeigen. Da indessen die redaktionellen Aenderungen des Sammlers leicht erkennbar sind, so Hesse sich die homiletische Form seiner Vorlagen'mit genügender Wahrscheinlichkeit feststellen, wenn seine Arbeit unversehrt auf uns gekommen wäre. Aber das eben ist bei der Sammlung des Gen. r. so wenig wie bei den anderen agadischen Werken der Fall. Es sind nicht blos die Randbemerkungen aufmerksamer und midraschkundiger Leser als Interpolationen in den Text hineingekommen, sondern es ist auch von den spateren Abschreibern, welche die alte Predigtform nicht mehr kaunten und auch von dem Plane des Sammlers keine Ahnung hatten, und welche überhaupt auf die. Abschrift agadischer Werke nicht dieselbe Sorgfalt verwendeten, wie auf die halachischer Texte, vieles gestrichen worden, was sie als Dittographie ansahen, obgleich es keine solche war und zum Verständnis des Textes notwendig gehörte. Glücklicherweise verfuhren sie dabei nicht ganz konsequent, und wir können noch aiis den wenigen Stellen, wo die ursprüngliche Form stehen geblieben ist, den Schaden erkeuneu, den sie angerichtet haben. Dieser Schaden traf besouders die Proöraien, deren Bau den Abschreibern nicht mehr bekannt war, und die sie oft so sehr verballhornten, dass selbst Zunz sie nicht mehr als solche erkannte2), und auch noch Bubcr, der so verdienstvolle Herausgeber midraschischcr Werke, sie gar ^iclit beachtete3). Auch die in dieser Beziehung etwas bessere Wilnaer Ausgabe des Gen. r. von Gebrüder Komm 1878, nach der wir hier zitieren, hält die einzelnen Proömieu nicht immer aus- ») G. V.2 S. 185a. 2) Vgl. a. a.0. S. 188, wo er als eine Eigenheit des Gen. r. hervorhebt, dass man »die Formel nna . . . n" auch in der Mitte dea Kapitels trifft. Zunz glaubte noch, dass jedes Kapitel nur eine einzige Fredigt darstellt, mitbin nur ein einziges Proömium haben könne. Vgl. Theodor, Mschr. 1881, 8. 602 A. L ») VgL Theodor, Zur Composition der agadischen Homilien, lisch?. 1.879, S. 168.