Mannheim
Compact Memory

Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1901-01-01 · 19.1901 · page 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
19.1901
Date
1901-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2273546-2273583--0814-2274588
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

thode nicht beachten, nur dies, dass R. Tanchum seine Predigt thatsächlich mit der Beantwortung einer halachischen Frage begonnen, nicht aber auch, dass „diese Art halachisch eingeleiteter agadischer Vortrage ihn zum Urheber hat*. Denn abgesehen davon, dass nach dem oben erwähnten Ausspruche R^ Jizchaks diese Exordicn schon früher in Uebung waren und gerade um diese Zeit seltener in Anwendung kamen, wüssten wir auch nicht, was ihn zu solcher Neuerung veranlasst haben sollte. Er war eher der letzte als der erste, der halachische Exordien angewandt hat; er predigte hierin genau so wie seine Vorganger. Denn die Jelamdenu-Formel der Einleitung ist viel älter als Tanchuma, wofür wir in Folgendem einen unwiderleglichen geschichtlichen Beweis gefunden zu haben glauben. Genes, r. C. 81 Proömium 2 wird erzählt: R. Juda I. wurde von den Bewohnern von Simonia angegangen, ihnen einen Mann zu empfehlen, der ihnen Vorträge halten und ihre Rechtsfalle entscheiden solle1). Er schickte ihnen den berühmten Gelehrten und Prediger Levi b. Sisi2) Als dieser aber die hohe Kanzel betrat, die man ihm errichtet hatte, wurde er so befangen, dass er ihre Fragen nicht beantworten konnte. Drei Fragen nämlich waren es, die sie nach einander an ihn richteten, die ersten zwei waren halachisch und betrafen das Gesetz der Chaliza Deut. 25,7—10, die dritte war agadisch und bezog sich auf die Erklärung von Dan. 10,21. Am andern Tage kehrte er zu R. Juda zurück und klagte ihm sein Leid, und da er jetzt alle drei Fragen zu beantworten wusste, wandte jener auf ihn an das Wort Spr. 30,32 tntWVU ritt) DK. Was für eine Bewandtnis hat es nun mit diesen, drei Fragen, welche die Gemeinde unmittelbar vor der Predigt an Levi b. Sisi richtete, und an denen auch R. Juda nichts *) usn ph pi uro» nawi unue mpo nwsr; in Jeruschalmi Jebamoth p. 13 i: Sa p nayi j"ano nco nm j«n »**n w *o w. *) Ueber die Bedeutung Levis als Schriftansleger und Prediger siehe Bacher, die Agada der Tann&iten II 8. 686.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.