Mannheim
Compact Memory

Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1901-01-01 · 19.1901 · page 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
19.1901
Date
1901-01-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2273546-2273583--0813-2274587
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

— 5 — Da aber diese Sammlung nicht alle seine Predigten urafasst haben kann, was schon daraus hervorgeht, dass sich in Genesis r. zahlreiche Aussprüche von ihm finden, die weder in dem Bubersehen noch in dem jungem Tanchuma vorkommen1), so mnss die Thätigkeit dieses Agadisteu als viel umfassender gedacht werdeu, und die Hypothese Bachers2), „dass mit Ii. Tanchuma dieagadisehe Produktion Palästina's zu einem gewissen Abschlüsse gelaugt ist, und dass er selbst diesen Abschluss durch seine sammelnde und redigierende Thätigkcit herbeigeführt hat", erscheint uns als überaus wahrscheinlich. Tanchuma selbst hatte hiernach zwei Sammlungen agadischer Vorträge angelegt: die eine zu den Perikopen des Pentateuch, die andere zu denen des Festeyklus. Aus diesem „Urtauchuma", der nicht mehr vorhanden ist, sind die Midraschim dieser beiden Gattungen zum Teil hervorgegangen und zum Teil beeiuflusst worden. So einleuchtend diese Aufstellungen Bachers sind, so unwahrscheinlich ist die andere von ihm aufgestellte Behauptung, dass die Jclamdenu-Formel der Einleitung, welche „eiuen Teil der in letzter Linie auf denUrtauchuma zurückgehenden Midrasebwerke kennzeichnet", „Tauchuma zum Urheber hat", d. h. mit ihm erst begonnen hat3). Er glaubt zwar hierfür einen geschichtlichen Beweis erblicken zu dürfen in dem, was im babyl. Talmud Sabbath 30a von lt. Tauchum aus Nawc berichtet wird, und worauf schon Zu uz und Buber hingewiesen haben4), ohne freilich diesen Schluss daraus zu zieheu. Aber aus diesem Berichte, dass Ii. Tauchum auf die haladusche Frage, die an ihu gerichtet wurde, mit einem agadisehen Vortrage antwortete, an dessen Schlüsse auch jene halachische Frage ihre Erledigung fand, folgt doch, selbst wenn wir die eigentümliche Umkehrung der sonst üblichen Me- *) Vgl. a. a. 0. Einleitung S. 73 uud Anmerkung. Hieraus seheint doch hervorzugehen, dass Gen. r. nicht aus dem BuberVhen Tanchuma, sondern aus einer andern Quelle geschöpft hat 2) Die Agada der palästinensischen Amoräer III. S. 502ff. •) Ibid. a 508. *) Zunz Q. V.2 S. 367b, Bubsr, *. a. 0. Einleitung S. 29.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.