Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 18.1900
- Date
- 1900-01-01
- Page
- – (sequence 85)
- Language
- German
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— 88 — Im folgenden Abschnitt1) wird dargelegt, dass man sieb in der Erklärung der Worte der Propheten sieh auf den Grundsatz stützen solle, dass Gott nicht das Böse thue, und daher uns nichts befehlen werde, was man nicht im eigentlichen Sinne nehmen rauss. Nachdem er dies ausführlicher begründet, werden von ihm einige hermeneutische Grundsätze erwähnt2). Er sucht auch nachzuweisen, und hier berührt er sichwicderummitmu'tazilitischenLchrern'j, dass der Sprachgebrauch der religiösen Urkunden dem profanen gefolgt ist und diesen umgebildet hat. Ebenso folgt er ihnen im letzten Abschnitt, in welchem diese Anschauung noch des Näheren erläutert wird. Die Einleitung Jeschu'as, deren Inhalt hier skizzirt worden ist, zeigt uns, in welche Abhängigkeit die Karäer vom Islam gerathen sind und wir werden das Urtheil des Renegaten Saraau'al b. Jalyä begreiflich finden, dass die Karäer zur Annahme des Islams disponirt sind, während bei den Rabbaniten durch die Anhänglichkeit an die Tradition, trotz der innigen Berührung mit der Kultur der islamischen Völker die Eigenart ihres religiösen Bewusstseins gesichert wurde. IV. Die Werke Jesehu'as in Spanien. Der erste jüdische Philosoph in Spanien, Salomon Ibn Gabirol stand unter dem Einlluss des Neuplatonismus*), bei seinem Zcitgcl) Anh. S. XXIII. 5) Anh. S. XXV -ui ^3 w eno ik ono w SSa x'.n vka\ Es ist offenbar, dass hier mehr dio islamische Gesetzeskunde als die rabbinisebe auf Jeschu'a eingewirkt hat. Vgl. auch Bacher in Monatsschrift XL S. 76ff. ') Vgl. Zur Gesch. d. Ag'aritenthums, S. 98ff. 4) Es ist bisher nicht gelungen, den Ursprung seiner Lehre vom Rillen* in den neuplatouischen "Werken, die ins Arabische übersetzt worden sind, nachzmvoiscu. S. Horovitz, die Psychologie bei den jüd. Religionsphilosophen des Mittelalters, S. 93 f. Für den Ursprung der Lehre dürften folgende Thatsachen von Bedeutung sein. Johannes rhiluyuuus, de aeternitate mundi contra Proclum, spricht mehrere Mal von der /«*« «rriij ßovXti<jis dto€ (ed. Rabe, 616; 19. 617, 19). S. 81 pia oiV xat tUljj ij rov Otovßov?.r,an xttl ut\ xuxit ib «t?« y.u\ (uouiuos f^oi-ff«. S. G86 verweist Rabo auf Timaeua, 30 A. Beide Schriften waren ins Arabische übersetzt (s. Steinschneider, Dio