Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 18.1900
- Date
- 1900-01-01
- Page
- – (sequence 82)
- Language
- German
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- 83 - Der Sinn dieser Beweisführung ist, dass die Sprache, d. h. liier die einzelnen Worte mit ihrer Bedeutung nicht ihrem Wesen nach im Zusammenhange stehen, wenn also ein solcher Zusammenhang dennoch vorhanden ist, so wird er vom Subjekt der Sprache bewirkt. Dies wird dann noch weiter begründet1). Wir übergehen nun die weniger bedeutende fünfte These und denjenigen Theil der sechsten, den wir schon im Capitel über das „sittliche Unheil" behandelt haben2). Auf die Untersuchung über die Erkenntniss des Guten und Bösen lässt Jeschu'a diejenige über den Gebrauch der Gottesnamen folgen3). „Die Meinungsverschiedenheit, berichtet J., bezieht sich auf alle Arten von Namen und alle Gegenstände, die mit Namen benannt werden, wenn auch manche sie auf die Namen Gottes beschränken, so dass manchmal gesagt wird: „Wer seinem Gott einen Namen giebt, hat eine llauptsünde begangen"4) manchmal aber, dass derjenige, der es ünterlässt, Gott einen Namen zu geben, sei ein Ungläubiger, weil dies eine Schädigung seiner Religion sei, oder dass das Richtige das Gegentheil hiervon sei. Manche meinen sogar, dass ein jeder, der irgend einer Sache einen neuen Namen giebt, sei ein Ungläubiger, weil er die Sache in unrichtiger Weise bestimmt, an die unrichtige Stelle gesetzt habe, oder dass der Wille Gottes ein anderer sei und dgl. Das ist aber Alles falsch.a Jeschu'a fasst nun seine oben dargelegte Ansicht über die erlaubten Handlungen zusammen unb lässt darauf ein langes Citat aus einer Schrift des Abu 'Ali (al-Gubbä'i) folgen, in welchem dieser gegen diejenigen polcmisirt, weiche den Gebrauch von neuen Namen für verboten halten. Aus seinen Darlegungen ersehen wir, mit welcher Consequenz seine Gegner auf die Erstarrung des religiösen Lebens im Islam hinarbeiteten. Ich hebe folgende Sätze hervor: „Ferner behauptet Abu 'Ali, dass wenn die Einführung eines Namens ohne ein ausdrückliches Gebot schlecht wäre, so müsste 1) Die Ansicht, gegen welche Jeschu'a hier Stellung nimmt, ist die des ♦Abbäd al-Dejmari, S. Muzhir I 9,20. Uebcr die Frage vom Verhältiriss des Namens zum benannten Gegenstand s. die Stellen, Zur Gesch. d; As'aritenthums, S. 84. '« 2) S. oben S. 59 S. ») Anh. S. VIII-XIII. *) Vru nwyo: 9jkS,