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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1900-01-01 · 18.1900 · page 76

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
18.1900
Date
1900-01-01
Page
– (sequence 76)
Language
German
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IRI
…/2273546-2273581--0748-2274521
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- 77 - kann, wie „Gott" „das Nichtseicndc" und dcrgl. deren Mittheilung sonst nicht möglich gewesen wäre, durch dicSpracho mitgcthcilt werden können. Auch die Beschreibung, d. Ii. die Rede, durch welche man die Zustände, Urthcilc, den Unterschied zwischen den Dingen mittheilt, kann nicht durch die Hindeutung geschehen. Die Beschreibung ist aber auch ein bequemes Mittel für die Mittheilung einer Absicht. Der Gebrauch der Schrift ist aber späteren Ursprunges als die Sprachschöpfung. Aus alldem folgt, dass die Absicht mit der Sprachschöpfung die Mittheilung war, die Ycrnunftwcsen ihrer bedurften, ja hierzu genöthigt waren." Den Vorgang der Sprachschöpfung stellt Jeschu'a folgendermassen dar: Einer von den zwei Menschen, welche die Sprache geschaffen haben, muss, die Absicht des Anderen nothwendigrweise sicher gekannt haben. — Die Kenntniss der Absicht des Anderen kann aber durch verschiedene Veranlassungen bestätigt werden: 1. durch die Hindeutung mit Hülfe eines Sinnes, deun häufig können Absichten durch gleichzeitige Hindeutung mitgetheilt werden; 2. durch die Rede; 3. durch das Wissen von den Zustanden des Menschen u. dergl. Es war also möglich, dass einer von jenen zwei Menschen z. B. auf ein Mineral hingewiesen hat und sagte dabei: „Stein", er wiederholte dann die Geberdc und das Wort und als der Andere es hörte, sagte er: Ja! Er wussio nun, dass jener mit dem Worte jenes Mineral meinte, er sagte ihm nach „Stein" und sie blieben beim Gebrauche des Wortes. Dasselbe war der Fall bei anderen Dingen1). Solches konnte aber nicht in derselben Zeit geschehen, sondern Anfangs geschah die Sprachschöpfung bei bestimmten Dingen, und im Laufe der Zeit ging man immer weiter. Dagegen kann nun jemand den Einwurf erheben, dass man heute eine neue Sprache schalen könne, ohno auf den zu bezeichnenden Gegenstand hinzuweisen, ja ohne dass jemand die Absicht des Betreffenden mit Bestimmtheit kennen würde. Es ist aber dem gegenüber darauf hinzuweisen, dass dies heute wohl deshalb möglich sei, weil jeder von uns und derjenige, der den neuen Ausdruck schafft, eine Sprache kennt. Wenn jener also z. B. sagt: „Ich will, dass wir den Stein von jetzt ab „Litrin" nennen, so ist das sehr wohl möglich, wenn der eine die Absicht des Anderen nicht sicher kennt, es genügt dabei i) Vgl. Muzhir I S. 7.

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