Mannheim
Compact Memory

Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1900-01-01 · 18.1900 · page 71

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
18.1900
Date
1900-01-01
Page
– (sequence 71)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2273546-2273581--0743-2274516
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

_J Z3 - 72 — Kategorien haben. Wir können daraus wohl mit Recht schliessen, dass die A§(ariten im Laufe der Zeit eine Differenzirung vollzogen haben, während die Mu'tazila hier die ältere Anschauung vertreten. Ueber den Unterschied zwischen der sicheren Entscheidung und zwischen derjenigen, welche nur auf Grund der Wahrscheinlichkeit getro»ff?h wird, bemerkt J., dass die erstere sich auf sichere Beweise, die letztere aber auf Annahmen stützt, welche bei ihr die Stelle eines Beweises einnehmen1). Zum Schluss sucht Jesch'ua noch die Berechtigung und die Nothwcndigkeit dessen nachzuweisen, dass man in gewissen Fällen nach der Wahrscheinlichkeit entscheidet 2. Sprachphilosophisches. Es ist nur natürlich, dass wir bei den arabischen Philosophen auch Untersuchungen über den Ursprung und die Verschiedenheit der Sprachen begegnen.' In den Werken Plato's und Aristoteles*, welche ins Arabische übersetzt waren, haben sie zur Genüge Anregung gefunden, um sich mit diesen Problemen zu beschäftigen. Al-Färäbi hat ein Werk „über die Sprachen"2) geschrieben, das ohne Zweifel sprach philosophischen Inhaltes war. Auch die Ichvran al-safä'3) haben eine besondere Abhandlung, welche sien mit den Ursachen der Verschiedenheit der Sprachen und Sehriftzeichcn beschäftigt. Maimonides spricht sogar von „Sehliften, welche von den Dingen handeln, welche allo Sprachen betreffen"*), er meint also sprachphilosophische Werke. ' Die Mu'taziliten sahen sich schon dadurch veranlasst, sich mit der Frage vom Wesen und vom Ursprung der Sprache zu beschäftigen, weil eine ihrer Hauptichren, die vom Geschaffensein des Gotteswortes eine solche Untersuchung erforderte5). Aber sie wurden auch'durch andere dogmatische Anschauungen genöthigt, über diese Fragen nachzudenken. Zu diesen gehörte vor Allem die Frage, ob neue, im Koran und in der Tradition nicht vorkommende Gottesnamen gebraucht werden dürfen. Endlich hatten sio auch; ') no"un: *) oliJUt J>, 3) Ed. Bombay, Bd. III S. 365 ff. > *) REJ XX 105. ») KJL, S. 34.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.