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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1900-01-01 · 18.1900 · page 35

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
18.1900
Date
1900-01-01
Page
– (sequence 35)
Language
German
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IRI
…/2273546-2273581--0707-2274480
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nicht sagen, dass es „gewesen sein kann", weil es mit Bezog darauf kein „Vorher" giebt. Wenn dies richtig ist, so kann man für das Ewige keine Ursache annehmen. Da wir aber wissen, dass die Existenz der Atome in einer bestimmten Richtung eines Dinges (Ursache) bedarf, und dass sie existirt haben, so folgt daraus ihr Geschaffensein. Hiergegen kann eingewendet werden: Warum behauptest du nicht, dass bei den Atomen überhaupt keine Ursache angenommen werden kann, denn aus ihrem Verursachtsein würde folgen, dass sie nur der Möglichkeit nach in einer Richtung (im Räume) sich befinden, was aber absurd ist? Ferner könntest du sagen, dass jetzt solches sehr wohl angenommen werden könnte, und es würde nicht zu einer unmöglichen Folgerung führen, weil es in diesem Falle mit Bezug auf sie ein „Vorher" geben könnte, warum,sollten sie dann nicht ewig sein?1) Darauf ist zu erwidern, dass das Ewige und seine Eigenschaften nie aufhören können, denn mit ihrem Aufhören ist notwendig ein Ding gegeben, ohne das eine Bewegung nicht stattfinden würde. Wir wissen aber, dass das Fortdauernde nur wegen eines Dinges aufhören kann. Ist dies nun richtig und ebenso, dass die Atome ewig sind, so würde es von aller Ewigkeit her unmöglich sein, dass sie ihren gegenwärtigen Zustand verlassen, denn dies würde zur Folgerung fuhren, dass dies wegen einer Ursache geschieht, gleichviel, ob nun dies mit der Aulhebung des Dinges oder mit seinem Bestehen geschieht. Bei dem, was ewig ist, kann aber solches nicht stattfinden, womit das Geschaffensein der Atome als nothwendig erwiesen ist. Dieser Beweis kann auch anders dargestellt werden, indem wir sagen: Bei dem, was ewig ist, kann keine Ursache angenommen werden. Wenn nun die Atome ewig sind, so müssen sie stets in demselben Zustande verharren, oder sie verlassen ihn. Wenn sie im selben Zustande bleiben müssten, so könnten sie nie die Einwirkung einer Ursache empfangen, was unmöglich ist. Verlassen sie aber den ursprünglichen Zustand, so muss dies in Folge eines Dinges, oder nicht in Folge eines Dinges (d. h. ohne Grund) geschehen. Der letztere Fall ist unmöglich, weil es, wie wir oben ausgeführt haben, eine nothwendige Erkenntniss sei, dass das *) Diese Einwendungen sind mir nicht ganz klar.

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