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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1900-01-01 · 18.1900 · page 10

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
18.1900
Date
1900-01-01
Page
– (sequence 10)
Language
German
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IRI
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„wer einen Begriff oder eine Eigenschaft als ewig setzt, der setzt zwei Götter6 von der Religion der Mazdayasnier beeinflusst worden wären. Was aber die Lehre von der Willensfreiheit betrifft, so ist es ja unzweifelhaft, dass bei den heidnischen Arabern die Vorstellung vom Schicksal verbreitet war1), und die Aeusserungen des Koran waren nicht geeignet, diese zu beseitigen- Aber sie spielte auch bei den Persern eine grosse Rolle*), so dass wir im Siege der Lehre al-A§'ari's nicht den Sieg des natiohalarabischen Geistes erblicken können, vielmehr nur den eines mit wunderbarer Consequenz durchgeführten Systems, in dem der Gedanke der Allmacht Gottes ebenso vorherrschend ist, wie in dem der Mu'tazilitcn derjenige von seiner Gerechtigkeit. Dieses System fand dann unter den Persern ebenso zahlreiche Vertreter, — die meisten grossen A§'ariten sind Perser — wie früher der Mu'tazilismus, der sie dafür vorbereitet hatte. Die Lehre, dassGott nichts Böses schaffe, könnte noch am ehesten auf persischen Ursprung zurückgeführt werden, aber der Gedanke liegt der monotheistischen Lehre so nahe, dass man auch hier nicht nothwendig persischen Einfluss anzunehmen braucht. Dagegen stimmt die Anschauung des Avesta mit der as'aritischen Lehre vom geoffenbarten Charakter des sittlich Guten und Bösen überein.3) Wenn wir noch dazu nehmen, dass von Al-Mas'üdi die Bekehrung al-Ma'müns zu dem I'tizal als eine vollständige Abwendung von den Anschauungen des Ardasir b. ßabek dargestellt wird4), so wird man es kaum als eine unbegründete Annahme be- *) Schrameier, Ueber den Fatalismus der vorislamischcn Araber, Leipzig. 1881. S.25t G oldziher, DieZähmten, S. 155 ff. Wellhausen, Reste arab. Heidenthums, S. 195. 'Ikd I S. 262 wird erzählt, Sa'id b. Abi «Arüba hatte den Katäda in Betreff des Kadar befragt, worauf ihm dieser antwortete: „Ist die Ansicht der Araber die richtigere, oder die der Perser?" „Die der Araber", war die Antwort Darauf sagte Katdda: Es hat keinen Araber gegeben, der es nicht behauptet hätte, (dass es eine Vorherbestinimung giebt)" und zum Beweis führte er ein Gedicht an, dem der Verf. des Mkd noch andere folgen lässt In dieser Erzählung wird die Tbatsache, dass die meisten Vertreter dos I'tizal Perser waren, dazu benutzt, um gegen ihre Lehre Stimmung zu machen. 2) S. oben, S. 7. ») Darmesteter I S. 161 f. *) Prairies d'or, VIII S. 800. «^U v_*Lv^kX*

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