Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 18.1900
- Date
- 1900-01-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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- 10 - Menschheit (akdab al-näs) nannte, diese Lehre vollkommen in der Menge der Vorstellungen versehwindet, welche von griechischen Philosophen stammen. Noch schärfer geht al-Bagdädi mit al-Gähiz ins Gericht, dem er seine Neigung für die Maula's, diese Urheber aller Ketzerei zum Vorwurfe macht. Al-Ka'bi, heisst es an einer Stelle1), rühmte sich des Gahiz, dass er zu den Sejchen der Mu'tazila gehört, und rühmte sich seiner vielen Werke und raeinte, er wäre aus dem Stamme Kinäna. Darauf ist ihm zu antworten: „Wenn er eine Kinanite war, wie du behauptest, wozu hat er das „Buch der Vorzüge der Kahtan gegenüber den Kinana und den anderen 'Adnänijja" geschrieben?" Und wenn er ein Araber war, weshalb hat er das Buch der „Ueberlegenheit der Mawali über die Araber geschrieben."2) Al-Bagdadi ist also sichtlich bestrebt, mu'tazilitische Lehren als persische Erfindungen hinzustellen, was aber noch keineswegs ihren persischen Ursprung beweist. Dies wären die Thatsachen, welche mir in Betreff des Zusammenhanges zwischen den Mu'tazilismus und den Si'iten, bez. den Fersern bekannt sind. Von Wasilb. 'Atä' wissen wir aber, dass er sagte, es sei nicht erlaubt, „das Zeugniss 'Alfs, Talfoa's und al-Zubejrs über eine Hand voll Kohl anzunehmen",3) ferner dass 'Amr b. Ubejd sich ebenso schlecht über 'Ali äusserte, dass Wasil sich von Bassär b. Burd, nachdem dieser sich zur Lehre von der Rückkehr 'Alfs bekannt hatte, getrennt hat4), und darum müssen wir annehmen, dass ein ursprünglicher Zusammenhang zwischen den Si'iten und mu'tazilitischcr Lehre nicht festzustellen ist. Wohl sind davon Spuren vorhanden, dass später einzelne Vorstellungen persischen Ursprunges in der Lehre einzelner Mu'taziliten Platz gegriffen haben, aber man kann nicht annehmen, dass Wäsil und seine Nachfolger in der schärferen Bestimmung des Monotheismus, mit der Behauptung, dass, Die I.euguung der Existenz der Ginnen stimmt auch nicht zum persischen Charakter des I'tizäL ») Fark 70 a. 2) üeber al-Gfthiz, s. Brockelmano, I S. 152 f. Vgl. Goldzihcr, Muh. Stud. I S. 157. 165, 169. s) Al-Salir. 146. Wfisü hat auch ein Buch: iub>-;.*J| vJUot geschrieben. Vielleicht hängt auch sein Interesse für die Murgiten mit seiner Feindseligkeit < gegen 'AH zusammen. Vgl Goldziher, Muh. Stud. II S. 91. *) AgänS III 61.