Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 17.1899
- Date
- 1899-01-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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— 41 — Zum Schlus* wollen wir hier zum Zwecke der Vergleiehung uu\ besseren IJebersioht eine Zusammenstellung der von Ptolemäus, Albattani, Jlbn Junu& und Maimouides der mittleren Bewegung gegebenen Werthe folgen lassen. Dieselbe betragt: nach Ptolemäus nach Albattani nach Ihn Junus nach Maimouides in ld 0°Ö9' 8,2870" 0°59' 8,346371" 0°59' 8,32S037G" ܰÖ9' 8,3300" 10 9 51 22,870 9 51 23,46371 9 5 i 23,289376 9 51 23,300 - 100 98 33 4S,70 98 33 54.6371 98 33 52,89376 98 33 53,00 - 1000 2u 265 38 7,0 2u 265 39 0.371 2« 265 38 48,9376 2« 265 38 50,00 -10000 27 136 21 10,0 27 136 31 3,71 27 136 20 9,376 27 136 28 20.00 Es ist vielleicht kein Zufall, dass Maimonides, der erbittertste Feind der Astrologie, der in seinen Schriften keine Gelegenheit vorübergehen lässt, die volle Schale seines Spottes über diese Afterwisseuscuaft und ihre Adepten auszugiesseu, genauer als seine Vorgäuger das in Rede stehende Element bestimmt hat. Wie wir nämlich später (S. 47f) sehen werden, gehen die Ansichten derselben über den Werth der Präzession ebenfalls auseinander. Nach Ptolemäus beträgt derselbe jährlich 36', nach Albattani 54.,54", nach Ihn Junus 51,2456". Da nun die Sonne, wie wir eben gezeigt haben, 1" in 24,35042388 s zurücklegt, so braucht sie, nach Ptolemäus nach Albattani nach Ibu Junus um die Präzession wett zu macheu: 14m 37s 22m gs 20»»4^3; Länge des tropischen Jahres: 365<1 5« 55 12 365d 5k 46 24 3G5<1 5h 48 59. Mithin - - siderischeu - 365 6 9 49 365 6 8 32 365 6 9 47 Es tritt uns also hier dreimal dieselbe räthselhafte Erscheinung entgegen, auf welche meines Wissens in der Fachliteratur bisher nirgends "hingewiesen wurde, dass eine Wahrheit aus der Verbindung zweier Irrthümcr hervorgeht, die in keinerlei Abhängigkeit von ei minder stehen. Denn weder sind die genannten Beobachter den Weg gegangen, den wir eingeschlagen haben, um die Länge des tropischen Jahres aus der Dauer des siderischeu unter Berücksichtigung der Präzession zu ermitteln, noch haben sie das umgekehrte Verfahren augewandt, um den Werth der Präzessiou aus der Differenz zwischen dem siderischeu und dem tropischen Jahre zu berechnen; vielmehr ist jeder derselben zu der einen wie zur auderen Bestimmung auf dem Wege besonderer, von einander unabhängiger Beobachtungen gelangt. Und doch müssen wohl diese Astronomen bei der Verwerthung ihrer Beobachtungen unter dem Einfluss einer bereits feststehenden Meinung über die Länge des siderischen Jahres gestanden haben und unwillkürlich bei 'der Sichtung ihrer eigenen, infolge der Unzulänglichkeit der Instrumente meist sehr schwankenden Ergebnisse, noch mehr aber bei der dem freien Ermessen einen weiten Spielraum eröffnenden Auswahl uuter den zum Vergleich herangezogenen Beobachtungen aus frühereu Jahrhunderten, von dem Streben geleitet worden sein, den Werth der Präzessiou einerseits und den des tropischen Jahres andererseits in ein solches Verhältuiss zu einander zu fugen, dass eine Uebereiustimmuug mit der Länge des siderischeu Jahres, die ja nach dem Zeugnisse Albattani's (s. S. 31) schon den chaldäischen und egyptischen Astrologen der Vorzeit ziemlich genau bekannt -war, uothdürflig erzielt wurde. Maimonides, der klare Denker, der zu der Einsicht und dem Urtheilsvermögen der Astrologen wenig Zutrauen besass, und für den das siderische Jahr keine praktische Bedeutung hatte, wandte sich mit um so grösserem Eifer, jedenfalls aber mit grösserer Unbefangenheit und daher auch mit besserem Erfolge der Erforschung des tropischen Jahres zu. pars de 131. Demnach hätte das Jahr 3651'» 5h 49 0,46«. Im Liber Nativitatnm (nnSva) wird der Ueberschuss über 365 Tage für die nächsten 200 Jahre (et verum probatum expertum ab bodierna die donec transiverint 200 anni) auf 87° 15' beziffert (das. S. 60 b. eigentlich S. 58 b), im Liber Rationum (c»oj?5) auf 5* 49™ (das. S. 42 c). Einige Zeilen später heisst es an der zuletzt angefahrten Stelle wieder: non inutatur dies nisi post 131 annos. Statt 131 liest man 130 im Kommentar zu 3. B. IL 25, 9 und in einer von Steinschneider (ZDMG. XXIV, S. 346) angeführten Handschrift des cnsjren -.m.