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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1899-01-01 · 17.1899 · page 9

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
17.1899
Date
1899-01-01
Page
– (sequence 9)
Language
German
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— 38 — treffendsten ist der von Ibn el-A'lam angegebene Werth, der einer Jahresdauer von 365«! 5 h 48m 52 s entspricht. Derselbe ist viel genauer als derjenige, den Ibn Junns selbst durch Vergleichling der Angaben Hipparclrs mit denen des herfihmten Jahja ibn Abi Mansur1), des bekannten Autors der „Tabulae Probatae" (^JU+JI ermittelt hat (359° 45* 39" 54"'), ja sogar als das aus der Vergleichuug seiner eigenen Beobachtungen mit denen des grossen Nicäers gewonnene Ergebnis, welches den erwähnten Bogen auf 359° 45' 40" 3"' 441V, immer noch um 23Vi"' zu niedrig beziffert. Eine direkte Angabe über die Länge des tropischen Jahres finden wir bei Ibn Juuus nicht, wenigstens nicht in den von Caussin de Perceval gemachten und später von Sedillot ergänzten Auszügen, die Delambrc in seiner Geschichte der Astronomie mittheilt. Um dieses Element zu erhalten, müssen wir uns schon der Muhe unterziehen, die Zeit, welche die Sonne braucht, um den zu vollen 360° noch fehlenden Bogen von 14' 19" 56 " 16lv 3095776,v zu durchlaufen, mittels der Gleichung x : 365 3095776: 4662504224 zu berechnen. Wir finden x 0,242350073 Tage; mithin beläuft sich der Werth des tropische» Jahres nach Ibn Junus auf 365d 5b 48' 59,0463". Wir müssen an dieser Stelle auch eiues Perserfürsten Erwähnung thun, der sich um die Reform des Kalenders ein grosses Verdieust erworben hat. Im 11. Jahrhundert betraute Malik Schah Dschelal ed-Din eine Kommission unter dem Vorsitze des Astronomen 'Omar Chejam mit der Aufgabe, durch sorgfältige Beobachtungen die Jahresiäuge zu berichtigen. Man kam fiberein, einen Zyklus von 33 Jahreu festzusetzen, welcher aus 25 Gemein- und 8 Schaltjahren bestehen sollte, so dass auf 132 Jahre nicht mehr 33, sondern nur 32 Schaltjahre entfielen. Diese Anordnung, welche in jeder Beziehung der des gregorianischen Kalenders überlegen ist, hat eine Jahresuauer von 365 J 5 h 49' 5,4545" . . . zur Voraussetzung. Nach eiuem Berichte des Engländers Hyde soll 'Omar Chejam auf Grund seiner Beobachtungen der Wahrheit noch näher gekommen sein, und den Werth des tropischen Jahres eigentlich auf 365<* 5h 48' 45" beziffert haben. „Es ist jedoch wahrscheinlich", meint Mädler2), „dass die letztere Zahl falsch berichtet ist, denn sie bezeichnet fast ganz genau die Jahreslänge zur Zeit Hyde's*. Wie dem. auch sei, selbt wenn diese Vermuthuug unbegründet ist, hat der persische Astronom in Ibn el- A'lam einen Vorgänger gehabt, der ihn an Genauigkeit noch übertrifft. Wie gross Zarkali die Länge des tropischen Jahres angenommen hat, ist nicht bekannt. Die ihm zugeschriebenen „Toledanischcu Tafeln" sind in der lateinischen Uebersetzung des Gerard von Cremona in zahlreichen Handschriften vorhanden (Steinschneider zählt in seinen Etudes sur Zarkali S. 79 ff deren 48 auf und S. 119 f noch 9), aber noch nicht veröffentlicht. Laut einem von Delambrc in seiner Histoire de Tastronomie du moyeu-äge S. 175—179 nach 2 Pariser Handschriften mitgetheiiteu Auszuge beträgt die mittlere Bewegung der Sonne in einem arabischen Jahre 348° 54' 19". Durchläuft mithin die Soune in 354Tageu einen Bogen von 1256059", so braucht sie, um die übrigen 39941" zurückzulegen, noch 11,2567276 Tage, so dass die ganze Umlaufszeit 365A 6h 9*» 417«5 umfasst3). Es ist demnach hier offenbar vom siderischen Jahre die Rede, was übrigens schon die Ucberschrift der Tafel, der Delambre dieses Element entnommen hat, von vornherein vermuthen Hess. Es ist die „Table des 12 maisons". Die zwölf Häuser aber sind eine astrologischen Zwecken dienende Eiutheiluug des Himmelsgewölbes. Freilich wenn man Mordechaj Finzi, einem Astronomen des 15. Jahrhunderts (angeführt bei l) Delambre (das. S. 87) schreibt Jahja ibn Abeumansour. Auf S. 93 findet sich ein Auszug aus Kap. 6» laut welchem die mittlere Bewegung der Sonne in 365 Tagen nach Abulmansor 359° 45' 45" 14"' beträgt. E» ist wohl auch hier der Vrf. der „bewährten Tafeln" gemeint, der in der ersten Hälfte des 9. Jhs. lebte. Auf ihn bezieht sich allem Anscheine nach die Bemerkung Ibn 'Eara's zu 3. B. M. 25,9: iryi ruo ennsn (s. S. 37 Anm.). *) Geschichte der Himmelskunde (Braunschweig 1873) Bd. I, S. 102. 3) Nach Ibn 'Ezra (s. oben S. 31, Anm. 1) hat Zarkali das Jahr auf 365«1 6* 9» beziffert. Dass das kern© Abrundnng ist, geht daselbst aus dem Zusammenbange klar hervor.

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