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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1899-01-01 · 17.1899 · page 5

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
17.1899
Date
1899-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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IRI
…/2273546-2273579--0626-2274398
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— 34 — umgekehrt aber werden selbst erhebliehe Beobachtungsfehler aus verschiedenen, möglichst weit auseinander liegenden Zeitaltern durch die Vertheilung auf eine grosse Zahl von Jahren zu einem Minimum herabsinken. Zu diesem Ausweg hatte übrigens schon vor ihm Hippareh seine Zuflucht genommen. Durch den Misserfolg seiner Bemühungen keineswegs entmuthigt, hatte er nach einem geeigneten Korrektiv für die Iustrumeutalfehler gesucht, und sein erfinderischer Geist fand ein solches in der Vergleichung soiuer eigenen Ergebnisse mit denen seiner Vorgänger. Leider standen ihm aus älterer Zeit nur Solstitial-Beobachtungen zu Gebote, die sich für diesen Zweck am wenigsten eignen, da sie für das wuuschenswerthe Maass von Genauigkeit die geringste Sicherheit bieten. Auf Grund einer von Aristarch herrührenden Angabe stellte Hippareh in einer Abhandlung Thoi iviuvalov [isytltorg fest, dass 145 Jahre später die Sonne einen halben Tag früher den Wendepunkt erreichte, als es der Fall gewesen wäre, wenn das Jahr 365 Tage und volle 6 Stuuden umfasste1). Vertheileu wir die Differenz auf 145 Jahre, so erhalten wir als Werth. des tropischen Jahres: 365 V« — T. 365d 5h 55m 28. Er selbst aber giebt in einer anderen Schrift (TlfQi S[ißoMnb)t> litjvüv x& xcei foisQüiv) dem „Sou uenjahre", das er als den Zeitraum definiert, in welchem die Sonne, von einem Solstitial- oder Aequiuoktialpuukte ausgehend, zu eben demselben Wendebezw. Schnittpunkte zurückkehrt, deu abgerundeten Werth von 365lA — T. (r- 365d 5*» 55m 12s) — uud zwar au zwei Steilen, das eine Mal mit dem Zusatz Huhatce (ungefähr), das andere Mal mit dem Zusatz iyyißra (beinahe) — im Gegensatz zu den Astrologen, die es genau auf 365 V4 T. beziffern.2) In Wahrheit hatte das Jahr damals kaum 365 «1 5*> 49»', mindestens also um 11 Min. weniger als 365 V« T., so dass die Sonne nicht um 12 Stunden, sondern um 145 X 11- =2611 35m früher durch den Wendepunkt ging. Der Beobachtungsfehler, der sich mithin auf 14h 35 m beläuft, wäre wohl, da sich um die Solstitien die Deklination iu 15 Stunden mir um 8" äudert, auch dann zu entschuldigen, wenn er ganz auf Rechnung des einen Beobachters zu setzen wäre. Weniger begreiflich ist, dass Ptolemäus 285 Jahre später zu demselben falschen Ergebnis gelangte. Wie er im 2. Kap. des 3. Buches seiner Mathematike Syntaxis (Almagest) berichtet, hätte er auf seiner Sternwarte zu Alexandria den beiden Tagundnachtgleichen des Jahres 468 nach dem Tode Alexanders grosse Aufmerksamkeit gewidmet, um setue Feststellungen mit den Angaben Ilipparch's zu vergleichen, laut denen i. J. 178 n. d. T. A. die Sonne am 27. Mechir bei ihrem Aufgange den Frühlingspuukt erreichte, den Herbstpunkt aber in der Mitternacht vom 3. auf den 4. Ergänzungstag, während er selbst 285 Jahre später das Frühlingsaquinoktium am 7. Pachom gegen 1 Uhr Nachm. und das Herbstäquiuoktium am 9. Athyr etwa 1 Stunde nach Souuenaufgaug beobachtet haben will.3) In beiden Fallen hätte mithin der Zeitunterschied übereinstimmend 285 egyptische Jahre 70 Tage 7 Stunden und 12 Minuten betragen,- ') Jrlov io{rvv Sti Iv joii {tut titat itt/iov yiyortr »J r{>onh, Tf{g xitta 16 fr tnovaiut rw quJtXEi rov awaftifozg<tQi.'-f; ijuA/rt? yul wnos xq^vov (s« Aliuagcst III 2; ed. Halma S. 163). Aach ia diesem Punkte ist die übrigens 8ebr. lichtvolle Darstellung Israelit a. 0. zu berichtigen, laut welcher erst Ptolemäus den guten Einfall hatte, durch Vergleichung alterer Beobachtungen die Mangelhaftigkeit der Instrumente wett zu machen, (fora o\»o^32 113 m vihi cw iM3 Ly wu« ip'jna cy2"' ^nei v^y c»-*yni nrvunS n» 1*2 n:cn pt maa oret* »na rvmr nta inpn *>« iayt -pn .wrrn c-9 V> ■»um t«7i loiyoa bzzv ~y r\w) 2) . . . i6v «F tvianbr (fi\>faxou(v) in xa\ 10D «f* ihtaaov ^laxuaioaioi indaußarovra (idltoia fi/Qit f*iüs yuffitti. Ferner: 'O x«cF JjJfov /» »«tio?, to? to <R yCvtjai o /povoj, tv $ 6 jjlioy änb rponijc tn\ tijV al-Jrtv igo^v naQuylvtiat fj (tno /nijyufputf (nl rijv avrrjV toquiQfav, ntotfxu jjutyas iff xal Utazov % J* ^ulriasTp tV tyytaia l*(l}ti utuf -fjufuus xai ruxTor xal 0*%' t£{ ol u(c3rtiuaiixol voufCovatv, «uro to <?■»?nayeo9tct inl iw «/piju/vtp 7ily9ft Ttür Ijutnuv (s. Annagest das. S. 164). Wenn daher Israeli a. a. 0. meint, Ptolemäus sei der Erste gewesen, der erkannt hat: ov3 cp^n to mn p^n 'ia ninn y*aii zv n*D? Hin p»'non «narrt töir (vgl. anch das S. 36 Ann». 1 angeführte Zitat), so hat er offenbar diese Stelle übersehen. 3) Das egyptische Jahr zählt 365 Tage und besteht aus »2 Monaten von je 30 Tagen, zu denen am Ende des

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