Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 17.1899
- Date
- 1899-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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— 33 — stellte er sciue Beobachtungen iu deu Aequiuoktien au, indem er sieh einer Armillarsphäre (s. Einl. S. 12) bediente, deren Aequatorealkreis ans einem glänzenden Kupferringe bestand. Während des Sommerhalbjahres spiegelte sich die Sonne in der dem Norden zugekehrten Oberfläche des Ringes, während des Wintersemesters dagegen iu der dein Süden zugewaudten Seite; beim Eintritt der Tagundnachtgleiche aber trafen die Sonnenstrahlen deu Rand des Ringes, welcher daher für kurze Zeit auf beiden Seiten in hellem Glänze leuchtete. Auf diese Weise musste ihm die Sonne selbst den Moment anzeigen, in welchem sie durch den Aequator ging, und wenn trotz dieser sinnreichen Einrichtung seine Beobachtungen nicht stets das gleiche Resultat zu Tage förderten, so erklärt sich das theils aus der Unmöglichkeit, das Instrument dauernd in der richtigen Lage zu erhalten, theils aus dem Umstände, dass die Aequiuoktien mitunter zur Nachtzeit eintrateu. Wenn sich der erwähnte Kupferring im Laufe des Jahres ein wenig nur aus seiner dem Aequator parallelen Lage nach Norden oder Süden verschoben hatte — er brauchte noch nicht einmal volle 6' gegen dessen Ebene geneigt zu sein — so machte das schon, da sich ja um diese Zeit die Deklination um kaum 1' stündlich ändert, einen Zeitunterschied von (> Stunden, um welche das Aufleuchten seiner Rückseite zu früh oder zu spät sich einstellte. Und wenn gar die Sonne zur Nachtzeit durch den Aequinoktialnunkt ging, so dass der Beobachter genöthigt war, kurz vor ihrem Untergange und dann wieder kurz nach ihrem Aufgange die Abweichung zu messen, um durch gleiehmässige Vertheilung der Differenz auf den zwischenliegeuden Zeitraum den Augenblick des Durchgangs festzustellen, so kam noch die Unzulänglichkeit der Gradeintheiluug (welche schwerlich bis auf die Minute durchgeführt war — man bedenke, dass der Kreis nicht weniger als 21600 Minuten hat — sicherlich aber iu Bezug auf Zuverlässigkeit viel zu wünschen übrig liess) am Deklinationsringe hinzu, um die Genauigkeit des Ergebnisses noch mehr zu beeinträchtigen. Ilipparch hat denn auch in den schwankenden Resultaten seiner Beobachtungen keinen Grund zu der Annahme gesehen, dass die tropischen Jahre von ungleicher Dauer sind'); wohl aber haben gewisse Wahrnehmungen bei der Berechnung der Mondfinsternisse diesen Verdacht iu ihm erweckt, deu Ptoleinäus zu entkräften sich bemüht. Ihm ist die Uuveränderlichkeit des tropischen Jahres ein Axiom. Auf Grund seiner falschen Auffassung vom Wesen der Präzession, iu welcher er nicht ein Zurückweichen der Aequinoktial- und Wendepunkte in der Ekliptik, sondern ein Vorrücken der Gestirne, also eine Bewegung der ganzen Ilimmclskugel um die Pole der Ekliptik erblickt, hält Ptoleinäus das tropische Jahr für die wahre Umlaufszeit der Sonne, an dereu gleichinässiger Bewegung zu-zweifeln, einem Zweifel an der Vollkommenheit der Sphären gleichkäme. Seine eigenen Beobachtungen ergeben eine Jahreslänge von etwas weniger als 305 Tagen und 6 Stunden, führen aber ebensowenig zu einem vollständig befriedigenden Resultate; denn was zu vollen 6 Stunden noch fehlt, ist so geringfügig, dass zu seiner genaueren Umgreuzuug die Bemühuugen eines kurzen Menschenlebens nicht ausreichen. Mau muss daher die Vorarbeiten früherer Jahrhunderte zu Rathe ziehen, und je grösser der Zeitraum zwischen zwei Beobachtern, desto sicherer der Erfolg. Noch so kleine Irrthünier eines Einzelnen — und solche sind ja bei der deu besten Instruinenten nothwendig anhaftenden Unvollkommeuheit nun einmal .unvermeidlich — müssen im Laufe der Jahre. ins Ungeheure wachsen; svn -p fö »a ncK vfa? wwio m»n y»an r.»nco nin uysr.r vhn mnro rono cv yen (»neun nonn rar;st) im» ksioi pin jT»yn »c jrvV» csosSi v>w \n^h b\z* n*n hSc ij? iwo pn. Das ist unrichtig. Nach Almagest III 2 faud Hipparch mitunter auch eine Jahreslänge von 365 Vi Tagen, und wenn sich ein geringerer "Werth ergab, war die- Differenz nicht unmessbar ktein, sie betrug vielmehr zuweilen 6 Stunden. *) Nach dem Berichte Israeli'» (das. im unmittelbaren Anschluss an die oben angeführte Stelle): i\y tön penoo ni q? wn inrat . . . c*n?n ^32 nswp m» ma inw kxis n»n »b piH3 vby pnai cposS piano nvreo vh* *6 im tnsm ^33 nswp rsn» nr by 1017 tüvti jci ck >••;« mSi injna, könnte es scheinen, als ob sich Hipparch durch die ungleichen Ergebnisse seiner Messungen zu der Annahme einer veränderlichen Jahresdauer verleiten liess. Ptoleinäus. behauptet ausdrücklich das Gegentheil. < " 1 _