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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1898-01-01 · 16.1898 · page 28

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
16.1898
Date
1898-01-01
Page
– (sequence 28)
Language
German
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IRI
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— 25 >— in welchem der Moiid die Ekliptik kreuzt, bis er wieder bei demselben Knoten angelangt ist,. 27 T. 5 St. 5 M. 39 Sek. uud der anomalistische Monat endlich oder die Zeit, die seine Rückkehr zu demselben Apsidenpuukte erfordert, 27 T. 13 St. 18,3 Minuten. Alle diese Zahlen ' sind Mittelwerthe. In Wirklichkeit erleidet die Bewegung des Mondes, die sich in der Hauptsache nach dem zweiten Keplerschen Gesetze richtet, durch die Auziehung von Seiten der Sonne und der Erde, theilweise auch durch audere Einflüsse, die noch nicht genügend aufgehellt sind, die mannigfachsten Störungen, die sich um so bemerkbarer machen, als der Mond unter allen Himmelskörpern uns am nächsten steht. Hierhergehören, um nur einige der bedeutendsten anzuführen, die Evektion uud die Variation, die jährliche Gleichung und die säkulare Beschleunigung, auf die wir an dieser Stelle nicht näher eingehen wolle», da wir dieselben im zweiten Abschnitt dieser Abhandlung zu erörtern haben werden. Nur soviel sei noch bemerkt, dass. sich diese Störungen infolge der Verschiedenheit ihrer Perioden, d. h. der Zeiträume, in denen sie sich abspielen^ bald summieren, bald wieder mehr oder weniger auflieben, wodurch in der Bewegung des Mondes sehr beträchtliche Unregelmässigkeiten entstehen. Jener alte Rabbi hatte so unrecht nicht, als er im Hinblick auf den Psalmvers „Den Mond schuf er für Zeitbestimmungen, die Sonne, die ihre Bahn kennt" (Ps. 104,19) über die unberechenbaren Entgleisungen unseres unzuverlässigen Satelliten die launige Bemerkung machte: Ja, die Sonne kennt wohl ihre Strasse5 d^rMond aber kennt die seine nicht; bald verspätet er sich und bald stellt er zu früh sich ein (R. Jochauan in Babli Rosch haschana 25 a). Thatsache ist, dass der wahre Neumond um viele Stunden oft dem mittlem vorauseilt, oft hinter ihm zurückbleibt. Schon den Astronomen des Alterthums, denen von den Planeten des Himmels nur die lunf mit blossem Auge sichtbaren (Merkur, Veuus, Mars, Jupiter und Saturn) bekannt waren, dafür aber auch die Sonne und der Mond als Wandelsterne galten,, war die Ungleichmässigkeit . in der Bewegung dieser Himmelskörper aufgefallen. Gleichwohl hielten sie daran fest, dass letztere in regelmässigen Kreisen mit unveränderlicher Geschwindigkeit vor sich gehe, weil sie anders an der Möglichkeit hätten verzweifeln müssen, die Bahnen der Planeten zu erkennen und die Gesetze, denen sie gehorchen, zu erforschen. Um nun die Theorie mit den Thatsachen in Uebereinstimmung zu bringen, kühnen sie zu zwei Hypothesen ihre Zuflucht, von denen die eine, die der Exzentrizität, der Wahrheit sehr nahe kam. Die Bahn, welche die Sonne im Laufe eines Jahres durchläuft, ist wohl ein die Erde umgebender Kreis, aber diese befindet sich nicht im Mittelpunkte desselben, wodurch es sich erklärt, dass die in Wirklichkeit ganz gleichen Strecken, welche das Tagesgestirn in gleichen Zeiten zurücklegt, dem Beobachter auf der Erde von verschiedener Grösse zu sein scheinen. Wenn in Fig. 4 der Halbkreis ZpOqC die Hälfte der Sonnenbahn darstellt, M den Mittelpunkt derselben und S den Ort der Erde, so erscheint uns, von S aus gemessen, der Bogen ZO grösser als CO, weil der Winkel ZSO um das Zweifache von SOM grösser ist als CSO. Wir glauben daher, dass die Sonne in dem Vierteljahre, in welchem sie von O nach C gelangt ist, einen kleinern Weg durmessen "und somit sich langsamer fortbewegt hat, als in den vorangegangenen drei Monaten. In Wahrheit aber war die Bewegung eine ganz gleichförmige, denn thatsächlich sind ja ZO und CO Quadranten von genau derselben Grösse. Die zweite Hypothese ist die des sogenannten Epizykels, nach welcher die Sonne mit stets derselben Geschwindigkeit auf der Peripherie NqLp eines kleinen Kreises läuft, dessen Mittelpunkt O sich wieder auf dem Umfange ZpOqC eines grösseren Kreises gleichmässig ^JJ fortbewegt, in dessen Mittelpunkt M die Erde schwebt. Stand die Sonnevor einem Vierteljahre im Epizykel bei N und dieser, in dem grösseren- Kreise bei Z, so hat sie in den letzten drei Monaten, in denen jener ' . ' 4

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