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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1898-01-01 · 16.1898 · page 25

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
16.1898
Date
1898-01-01
Page
– (sequence 25)
Language
German
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IRI
…/2273546-2273577--0602-2274373
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— 22 — Der Umfaug der Ellipse, in welcher dieselben nach der dem Lauf der Erde entgegengesetzten Richtung im Laufe eines Jahres sich bewegen, ist naturlich je nach ihrer grosseren oder kleineren Entfernung von unserem Planeten sehr verschieden, bei allen aber noch beträchtlich kleiner als. selbst die Axe der vermöge der Aberration von ihnen beschriebenen Ellipse. Wenn nun auch nach diesen Entdeckungen die Fixsterne ihren Namen nicht mehr mit vollem Rechte tragen* so wird doch ihre Lage zu einander durch die angeführten mini Jen Bewegungen so wenige berührt, dass die Veränderung nur dem geübten und durch die vorzüglichsten Instrumente geschärften Auge des Astronomen erkennbar sind. Eine einzige Ausnahme bildet die Sonne, deren Stellung zu den übrigen Fixsternen verhältnissmässig sehr schnell und so augenfällig wechselt* dass es keiuem aufmerksamen Beobachter des Sternenhimmels entgehen kann. Wenn wir mehrere Tage hinter einander auf den Ort der Himmelskuppel achten, an welchem dieser oder jener Stern in der Abenddämmerung sichtbar wird und mit Tagesanbruch, erlischt, so werden wir finden, dass Sterne, die vor einer Woche noch am östlichen Horizont standen, ehe sie durch die Strahlen des sieghaft emporsteigenden Tagesgestirns verdunkelt wurden, heute schon in ziemlich beträchtlicher Höhe über unserm Gesichtskreise im Glänze der- Sonne verschwinden, andere wieder, die heute mit Anbruch der Nacht kulminieren, nach wenigen Tagen beim Eintritt der Dunkelheit ihre Mittagshöhe überschritten haben, obgleich die Tageinzwischen nicht länger, sondern kürzer geworden sind. Die Sonne ist also hinter den Sternen zurückgeblieben. Desgleichen werden wir die Bemerkung machen, dass Sterne, die uns bis dahin längere Zeit unsichtbar geblieben, weil sie in den Strahlen der Sonne verborgen waren, uns. eines Morgens im Frühroth wieder grüssen. nach etlichen Monaten aber eines Abends wiederum» für längere Zeit von uns Abschied nehmen, weil sich ihnen inzwischen die Sonne wieder genähert hat (heliakische Auf- und Untergänge). Diese Bewegung der Sonne, die sich in einer Veränderung ihrer Stellung zu den übrigen Fixsternen kundgiebt, heisst die Jahresbewegung^ derselben und erfolgt in der Richtung von West nach Ost, also entgegengesetzt der Richtung ihrer täglichen Bew*egung. Gleich dieser ist sie nur eine scheinbare, hervorgerufen durch den Umlauf der Erde ub die Sonne. Wenn in Fig. 4 ACGK die Erdbahn Fig. 4. darstellt, S die Sonne und TU einen Theil des Thierkreises, so wirdi N uns, wenn die Erde in dem Punkte I ihrer Bahn sich befindet, durch die Sonne das Sternbild m verdeckt, hierauf der Stern t, sobald jene* nach K gelangt, dann z, sowie dieselbe dem Punkte L sich nähert u. s. w. Es hat daher den Anschein, als hätte die Sonne ihre Lage zu diesen Gestirnen fortwährend geändert, als wäre sie von m nach t und von da nach z gegangen, während in Wirklichkeit die Erde es ist, die ihren Ort gewechselt und sich von I über K nach L bewegt hat. Diese Bewegung ist jedoch keine gleichmässige und vollzieht sich auch nicht in einer Kreislinie, wie noch Coppernicus angenommen hat, sondern in einer Ellipse, in deren einem Brennpunkte die Sonne steht. Die- JJ Durchmesser der Ellipse sind nicht'wie die des Kreises sämmtlich von derselben Grösse, sondern von sehr verschiedener Länge, was sich auf den ersten Blick aus ihrer Form ergiebt. -Den längsten Durchmesser nennt man die grosse, den kürzesten die kleine Axe. Beide stehen auf einander senkrecht und schneiden sich im Mittelpunkte, der zugleich der Mittelpunkt der Ellipse ist. Die grade Linie, welche irgend einen Punkt ihres Umfanges mit dem Brennpunkte verbindet* heisst radius vector oder Leitstrahl und der Abstand des Brennpunktes vom Mittelpunkte, in Theilen der grossen Halbaxe ausgedrückt, die Exzentrizität. In unserer Figur ist M der Mittel- und S der Brennpunkt, CM ZM die grosse und LM die kleine SM Halbaxe, die Exzentrizität, SI ein Leitstrahl,' desgleichen SK, SL und SA. Die Ellipse^

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