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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1898-01-01 · 16.1898 · page 15

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
16.1898
Date
1898-01-01
Page
– (sequence 15)
Language
German
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IRI
…/2273546-2273577--0592-2274363
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— 12 — werden sollen — auf eluer wagerechteu Flüche so befestigt wird, dass der Riug COD iu der Ebene des Ortsineridiaus liegt, O dem Süden und O' dem Norden zugekehrt ist. Mittels einer auf AGB angebrachten Libelle (auch Niveau oder Wasser wage genannt) und eines in C aufgehängten Lotes überzeugt man sich leicht, ob das Instrument richtig aufgestellt ist. Dreht man nun den beweglichen Hing in der Richtung OAO' und das demselben dicht anliegende Lineal in der Riehtuug AC so lange, bis der Stern iu der Linie der beiden Diopteröffnungen erscheint, so nennt die am horizontalen Ringe hinter dem Ausschnitt des beweglichen abgelesene Zahl das gesuchte Azimut und die am Quadranten AC hinter der Oeffuung des Diopters abgesehene das Maass der Höhe. Einrichtung und Gebrauch des auf modernen Sternwarten zu gleichem Zwecke benutzten Altazimuts oder Uni versal-Instrnmeuts beruhen bei aller Verschiedenheit des Baues im Gruude auf deuselbeu Prinzipien. Soll aber das beschriebene Instrument zu allgemeinen Ortsbestimmungen Verwendung linden, so muss es, um der scheinbaren Bewegung des Sternenhimmels folgen zu können, auf einem Pfeiler ruhen, der statt der horizontalen eine dem Aequator parallele Oberfläche hat, und auf demselben so montiert werden, dass der Ring AOB entweder zur Weltaxe oder zur Axe der Ekliptik senkrecht steht. Im erstereu Falle, in welchem der Riug COD iu der Ebene des Ortsmeridians bleiben kann, weil dieser sowohl mit dem Aequator als mit dem Gesichtskreis einen rechten Winkel bildet (s. S. 6), und sein jeweiliger Abstand vom ersten Meridian mit Hilfe einer gut gehenden Uhr, wie wir bald (S. 13) sehen werden, jederzeit unschwer festzustellen ist, dient das Instrument zur Ermittelung der Rektaszensiouen und Deklinationen und heisst Armillarsphäre foder Riugkugel. Im anderen 'Falle muss es in seinem parallel zum Aequator auf dem Pfeiler befestigten Gestelle drehbar vernietet sein und ausserdem COD bei der Benutzung jedesmal auf einen sogenannten Fundamentalstern, d. i. ein solcher, dessen Ort schon bekannt ist, eingestellt werden, ehe man den beweglichen Ring auf den nach Länge und Breite zu bestimmenden Himmelskörper richtet, da der Frühlingspunkt selbst am Himmel nicht sichtbar ist. In dem so aufgestellten Instrumente haben wir das berühmte Astrolab vor uns, das viele Jahrhunderte hindurch zu dem wichtigsten. Rüstzeug der Sternwarten gehörte, heute freilich längst der Vergessenheit anheimgefallen und kaum noch dem Namen nach bekannt ist. Vor zwei Jahrtausenden hatte es Hipparch, der hervorragendste unter den Astronomen des Alterthums zu dem Zwecke eingeführt, die Ekliptik zur Grundlage für Ortsbestimmungen am Himmel zu machen, nachdem er zu der Erkenntniss gelaugt war, dass der Thierkreis nicht nur die Bahnen sämintlicher Planeten einschliesst, sondern auch die Fixsterne in Kreisen, die demselben parallel sind, langsam von West nach Ost vorrücken. Infolge dieser scheinbaren, unter dem Namen Präzession bekannten Bewegung, welche in Wahrheit als eine Drehung der Erdaxe in umgekehrter Richtung aufzufassen und auf die Anziehung zurückzuführen ist, welche unser Planet vom Monde sowohl als von der Sonne erleidet, nehmen die Längen aller Gestirne nach seiner Berechnung in je 100 Jahren um einen Grad zu, während ihre Breiten unverändert bleiben. Daher hat auch Ptolemäus in dem Katolog der Fixsterne, den er iu seinen Almagest aufgenommen/ (Mathematike Syntaxis VII 5 und VIII 1, cd. Halma II S. 32—83), es vorgezogen, die Orte derselben nach Länge und Breite anzuführen, so dass seine Angaben nur nach einer Seite von Zeit zu Zeit einer Berichtigung bedürfen, wogegen sie, auf den Aequator bezogen, eine fortwährend erneute Verbesserung nicht allein der Rektaszensionen, sondern auch der Deklinationen erfordert hätten. Gleichwohl werden in neuerer Zeit, besonders seit den grossen Fortschritten in der Herstellung der von Huygens um die Mitte des 17. Jahrhunderts erfundenen Pendeluhren, allgemeine Ortsaugaben nur noch auf der Grundlage des Aequators gemacht, weil dieses System die Verwendung von Passage- oder Durchgangs-Instrumenten gestattet, bei denen neben dem zur Messung der Abweichung dienenden Kreise kein zweiter zur Bestimmung der graden Aufsteigung eines Sterns nothwendig ist, diese vielmehr mit Hilfe einer zuverlässigen Uhr aus dem

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