Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 16.1898
- Date
- 1898-01-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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— H — 57,03) Minuten, die der Soune beträgt nur 8,81 Sekuudeu. Es ist leicht einzusehen, dass der besprochene Höhenunterschied, insofern er den Stern stets tiefer oder dein Horizonte näher erscheinen lässt, als er wirklich steht, auch auf die Koordinaten der Ekliptik und des Aeqnators einen Einfluss übt, welcher besouders bei der Berechnung der Neumondsphase schwer ins Gewicht fällt. Entsprechend den parallaktischen Verschiebungen der Länge und Breite wie der Rektaszensiou uud Deklination ist einerseits zum Zwecke der allgemeinen Ortsbestimmung das Ergebuiss der Beobachtung durch Reduktion auf den Erdmittelpunkt auf seinen wahren Werth zurückzuführen, andererseits wieder das Resultat der Rechnung in derselben Weise, jedoch nach entgegengesetzter Richtung zu verbessern, weuu der Ort ermittelt werden soll, an welchem ein Himmelskörper iu einem gegebenen Zeitpunkte vom Beobachter gesehen wird. Die zu astronomischen Beobachtungen benutzten Instrumente sind von mannigfacher Konstruktion. Das allen gemeinsame und dem Laien am meisten in die Augen fallende Fernrohr ist, gleichviel ob Refraktor oder Spiegelteleskop , keineswegs ein wesentlicher Bestandteil derselben, soweit sie tjer Ortsbestimmung von Himmelskorperu dienen; die. Hauptsache bilden vielmehr die zur Messung erforderlichen Vorrichtungen. Die Kreise, an denen die zu messenden Entfernungen abgelesen werden-, müssen nicht allein mit peinlichster Sorgfalt in möglichst kleine Bogen von genau derselben Grosse eingetheilt, sondern auch in ihrer zweckmässigen Anordnung gegen jede Verschiebung gesichert sein, da eine uoch so geringe, kaum merkliche Veränderung ihrer Lage zu eiuauder die Zuverlässigkeit der Beobachtung beeinträchtigt und das Ergebuiss derselben iu Frage stellt. Der Refraktor und das Teleskop leisten bei der Ortscrmittelung solcher Sterne, die auch dem unbewaffneten Auge sichtbar sind, nur .deu Dienst einer genaueren Einstellung des Instruments auf den Gegenstand der Messung, eine Aufgabe, die vor Erfindung des Fernrohrs der Alhidade zufiel. Dieselbe bestand aus einem um seinen Mittelpunkt beweglichen Lineal, das an beiden Enden mit Dioptern versehen war, zwei kleinen in der Mitte durchbohrten Aufsätzen, durch deren feine Oeffuungeu man nach dem zu bestimmenden Gestirn visierte. Es ist hier nicht der Ort, auf den Bau der verschiedenen astronomischen Instrumente näher einzugehen, den die moderne Techuik zu immer höherer Vollkommenheit entwickelt hat und noch weiter zu entwickeln bestrebt ist; doch ist es zum richtigen Verstäuduiss einiger Stellen dieser Abhandlung erforderlich, dass der Leser wenigstens von ihren ältesten und einfachsten Formen eine klare Anschauung habe. Mit Hilfe unserer Fig. 1 kann es, wenn man sich den Stern S sowie säiumtliche durch Punkte und Striche angedeuteten Linien wegdenkt, gar nicht schwer fallen, sich eine Vorstellung vou der Beschaffenheit der auf alten Sternwarten ehemals zur Auwenduug gekommenen Apparate zu bilden, und wenige Worte der Erläuterung werden genügen, um auch deren Handhabung zu erklären. Mau denke sich zwei flache, kreisrunde Metallringe AOB u. COD von beträchtlichem Umfang uud angemessener Breite so in eiuauder gefugt, dass sie auf einander senkrecht stehen, einen gemeinsamen Mittelpunkt haben und an beiden Beratungsstellen O und O* (letztere in der Figur nicht sichtbar) fest vernietet sind. Am äussern Ringe COD siud innen bei C und D Zapfen angebracht, um die sich ein dritter, mit dem Diopterlineal. (Alhidade) ausgerüsteter Ring CADB mit einiger Anstrengung drehen lässt. Derselbe stutzt sich mittels zweier, an seinem äussern Rande bei A n. B befindlicher Ausschnitte auf den festen Ring AOB, dessen innerer Umfang entsprechend kleiner ist als der äussere des beweglichen Ringes, so daGs ersterer mit seinem iiinern, genau iu die Einschnitte passenden Rande in diese hineingezwängt uud letzterer dadurch in der gehörigen Stellung erhalten wird. Der Ring AOBO'A und der Halbkreis CAD sind mit einer sorgfältig ausgeführten Kreistheiluug versehen, welche an diesem in der Spitze des Ausschnittes bei A mit 0° begiuut und sowohl bei C als bei l> mit 90° endigt, während sie au jenem, vou O ausgehend, auf deu ganzen Umfang sich erstreckt. Das Instrument ruht in D auf einem Gestell, welches — wenn Azimut und Höhe gemessen