Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 13.1895
- Date
- 1895-01-01
- Page
- – (sequence 64)
- Language
- German
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— 63 — ■der Seelen wird nur durch ihr früheres Verhalten bestimmt. Die Seelen der Bösewichter werden zu Teufeln, diejenigen der Sünder kommen in die Körper von Menschen und Thieren, wo sie ihre Sünden abbüssen, die der vollkommen Gerechten kommen nach Ahmed b. Ha'it ins Paradies, nach Anderen werden sie zu Engeln. Zu dieser Partei gehörten Ahmed Ibn Ha'it, ein Schüler al-Na/zam's, ferner der Schüler Ibn Hä'ifs, Ahmed b. Nanüs, der grosse Arzt, Muhammed Ibn Zakarijjä al-Räzi, Abu Muslim al-Churäsäni und die Karämita. Ahmed b. Ha'it und Ahmed b. Nanüs1) haben ihre Ansicht sogar in den Koran hineininterpretirt2). Auf die fremden Einflüsse bei al-Razi hatten wir schon Gelegenheit hinzuweisen3). Wir wissen, dass er Pessimist war, es überrascht uns also nicht, dass er sich uns hier als Anhänger der Seelenwanderung zeigt4). Dass dies auf indische Einflüsse zurückzufuhren ist, beweist seine Bemerkung, dass wenn das Tödten der Thiere nicht zur Folge hätte, dass ihr Geist aus dem thierischen Leib in einen menschlichen übergeht, so wäre das Schiachten der Thiere ungerechtfertigt. Die zweite Partei unter den Anhängern der Seelen Wanderung meint nach Ibn Hazm, dass die Seele nur in einen Körper kommen könne, welcher derselben Art ist, wie derjenige, den sie verlassen hat. Die Anschauung hatte unter den Muslimen keine Vertreter5). Ibn Hazm widerlegt beide Parteien, indem er bemerkt, dass ihre Ansichten durchaus unerwiesen seien, und gegenüber den muslimischen Anhängern der Seelenwanderung beruft er sich auf die „Uebereinstimmung der Gemeinschaft" der Gläubigen, welche diese Lehre als eine ketzerische betrachten. Die Ausführungen Ibn Hazms werden von al-Bagdädi in sehr bemerkenswerther Weise ergänzt6). Dieser spricht erst von den Anhängern der Seelenwanderung, welche vor dem Islam aufgetreten sind. Vor dem Islam sind es nach ihm manche Philosophen und die Samanijja, welche sich zu ihr bekennen. Er erwähnt, dass Plutarch diese Lehre im Namen mancher Philosophen mittheilt und dass Sokrates und Piaton zu ihren Anhängern gehört haben sollen. Auch unter den Juden gibt es solche, von denen sie angenommen wird. Von den Muslimen wird eine Reihe si'itischer Secten erwähnt, welche angenommen haben, dass der Geist Gottes von dem einen Imäm zum anderen gewandert sei, bis er zum Stifter ihrer Secte gekommen ist. Die diesbezüglichen Angaben al-Bagdadi's bieten aber nichts Neues, daher übergehen wir sie. Umso bemerkenswerther sind seine Mittheilungen über die kadaritischen Anhänger der Seelenwanderung7). Es handelt sich auch bei ihm in erster Reihe um die Ansichten des Ahmed b. Ha'it *) So ist wohl der Name zu lesen, der mit dem griechischen Nävog identisch zu sein scheint. Ueber diesen s. Harkavy in Ha-ChökSr II, 17. 2) Sure 82, Y. 6-8. 3) Andere Berichte über al-Räzi s. oben, S. 9, A. 4. 4) Vgl. auch die Verse al-Räzi's bei Ibn Abi TJsejbi'a, ed. Möller, I, S. 315. Der Vorstellung von der Seelenwanderung bedient sich auch Abü-l-'Alä al-Ma'arri, indem er sagt: „Wenn es wahr ist, dass es eine Seelenwanderung giebt, so bist du Moses, und dein Vater war der aufgeopferte Isak". Diwän Sakt al-zend, ed. Kairo 1303, S. 64. 3) Milal, das. l$OU*ä.J gjjit O* Vi>JtjLx W3 iOjftii v^Äij .äLjjAXÄ p£* ^ya (^Ki ätSjift aoV? y^.Jj Uiöjü ^^XÄ ü) Fark, 103äff. 7) Fark 104 a. xäJli» <t$ jJJt J JaSLs»- a* J^*s>t C)5 gw«*U£if ^J> s-^jp J^aajj j^wtj *~ftk>3 fV^jÄÄ i)*.*^ jy^il Uj3 ^^iJt UijsJf [^y* q*-*-^ *LÄ*srt wJjjS pL-J^li ÖL ^^il ^JÜi jS> C5^5 ^Uii 0L~£H c^ K*xi 0t u*-^ Gi^üt jOJi yjüi Q\ ^"UJj ^ä^^>5 csr^b j*^ °^ O1^» V-*Ä^*XB U"^* ^jaxi ^J> p&axi )kdJo\ w csfi*^ o* ^^äJI ^5 ayil yit U *~db] ^yij U fjaxi ^> sLsäj au ^yif U