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Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1895-01-01 · 13.1895 · page 62

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Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
13.1895
Date
1895-01-01
Page
– (sequence 62)
Language
German
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IRI
…/2273546-2273571--0513-2274281
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— 61 — Bei manchen Schriftstellern des 15. Jahrhuuderts wäre der KaJäm zwar wieder zu Ehren gekommen. Die Angriffe des Chasdai Kreskas auf die Aristoteliker und Culturverhältnisse, welche den Geist der Juden einzuengen begonnen haben, vielleicht auch die Kabbala haben das Vertrauen auf die Philosophie erschüttert. Daher kam es, dass Isak Ahravanel1) an den Ausführungen Maimüni's in Betreff des Kaläms keinen Gefallen mehr findet. Er meint, ihre Beweise für die Schöpfung der Welt seien gar nicht so schlecht, wie Maimüni es meint, wenn ein Beweis von ihnen allein auch nicht genügt, das Geschaffensem der Welt zu erweisen. Haben sich doch ihrer auch Sa'adja und Jehuda Halßwi bedient. Isaak Arama ist aufgebracht üher den Unglauhen der Philosophen, der in das Judenthum eingedrungen ist. Die jüdischen Philosophen hätten es mit ihren Ausgleichsversuchen viel schlimmer gemacht, als die Philosophen des Christenthums und Islams2). Besonders die christlichen Philosophen hätten es gut gemacht, denn sie haben trotz ihrer Tüchtigkeit in dieser Wissenschaft von der Religion gar nichts geopfert, vielmehr suchten sie, die Philosophie zu wiederlegen. Auch die Secten der Ismaeliten, welche überall „Medabberim" genannt werden, haben es besser gemacht, nur die jüdischen Forscher haben der Philosophie eine allzugrosse Autorität eingeräumt. — Wir sehen, dass die Zeit, wo man Ketzer mit Hülfe der Inquisitionstribunale verfolgt, auch auf die religiöse Auffassung der Juden nicht ohne Einfluss geblieben ist. Die Sympathie für den Kaläm war aber umsonst. Die Hauptquelle für die Kenntniss des Kaläms in Europa war doch der „Führer" und von einem lebendigen, tieferen Einfluss konnte nicht mehr die Rede sein. *) n'n^K mSyoa ed. Venedig 1592, Bl. 58 b. 61a. 2) rwp «im Cap. VIII.

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