Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 13.1895
- Date
- 1895-01-01
- Page
- – (sequence 59)
- Language
- German
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— .58 — widerlege1). Es wird von ihm sogar die Ansicht von der Einheit des Intellects mit dem Intelligenten und dem Intelligibeln erwähnt. Welchen Einfluss Maimonides auf den bedeutendsten religionsphilosophischen Schriftsteller des späteren Karäerthums ausgeübt hat, ist schon von Steinschneider erwiesen worden. Im Folgenden wollen wir nur erweisen, dass das zweite Hauptelement seiner Anschauungen im mu'tazilitischen Kaläm der alten karäischen Lehrer zu suchen ist, so dass sein Werk eine Combination von x\nsichten mu'tazilitischer und peripatetischer Herkunft zeigt. A. b. E. meint2), der mu'tazilitische Kaläm sei jüdischen Ursprunges. Er sei von den Christen den Juden des zweiten Tempels entlehnt worden, von den Christen ist dann seine Kenntniss zu den Muhammedanern gedrungen. Nachher haben die Karäer und manche Rabbaniten sich den Ansichten der Mu'taziliten angeschlossen, was nicht zufällig geschehen ist, sondern weil sie sahen, dass diese mit den Lehren ihrer Religion übereinstimmen und der „Weisheit Israels" entlehnt seien. Später haben die Rabbaniten diese Ansichten aufgegeben und sich den ketzerischen Lehren der Philosophen zugeneigt. Auf die letzteren wendet A. b. E. den Vers Ps. 139,21 an. Schon aus diesen einleitenden Bemerkungen können wir ersehen, dass bei Ahron b. Elia der Einfluss des mu'tazilitischen Kalänis überwiegen muss. In der That hat er die Werke Jefet ha-Lewi's, Jeschu'a ben Jehuda's, besonders aber diejenigen Josef al-Basirs, und von diesen den Muhtawi Ii 'ilm al'-usül stark benutzt. Es würde uns zu vielen Wiederholungen führen, wenn wir die Anschauungen, welche A. b. E. dem Hauptwerke des Josef al-Basir entlehnt hat, darstellen würden, wir beschränken uns daher darauf, die Stellen zu bezeichnen3), wo er es anfuhrt oder stillschweigend excerpirt hat und wollen über muhammedanische Autoren, die nach Josef al-ßasir von A. b. E. angeführt werden, Einiges bemerken. Von diesen Autoren beansprucht vor Allem unsere Aufmerksamkeit Ibn Kulläb. Ahron ben Elia giebt an, die Partei der Kulläbija habe angenommen, dass die Attribute Gottes von seinem Wesen verschieden seien und deshalb wurden diese von Josef al-Basir nicht Attribute (EmiBD), sondern Eigenschaften (onsin) genannt. Die Angabe hat A. b. E. dem Hauptwerke Josef al-Basirs entlehnt5). Genauere Bemerkungen über Ibn Kulläb und seine Lehren, die von älteren Mu'taziliten häufig bestritten worden zu sein scheinen, finden wir bei einzelnen muhammedanischen Schriftstellern. Einige derselben hat Tag al-Din Ibn al-Subki6) zusammengestellt. Sein Name Ibn Kulläb soll nach seiner Angabe daher stammen, weil er bei Disputationen sich ausserordentlich schlagfertig zeigte, so dass er den Gegner in Stücke zerriss, wie die Hunde einen Gegenstand zerreissen. Ibn al-Naggär erzählte nach dem Berichte Ibn al-Subki's, Ibn Kulläb werde im Fihrist erwähnt7) und zu den Vertretern des Haswijja gerechnet. Er hatte nach demselben Bericht mit 'Abbäd b. Sulejmän Disputationen, bei welchen er von 'Abbäd wegen seiner Behauptung von der Identität des Gotteswortes mit Gott als Christ bezeichnet wurde. Ibn al-Naggär theilte auch eine lange Erzählung mit, nach welcher Ibn Kulläb mit al-Gunejd (st. 297) eine Unterredung gehabt hätte. Diese Angaben wurden von al-Dahabi in seinen Scholien zum Werke Ibn al-Naggärs bezweifelt. Er meint, Ibn Kulläb kann unmöglich mit al-Gunejd verkehrt haben, da er zur Zeit des Ahmed Ibn Hanbai (st. 246) gelebt habe. Die Ansicht al-Dahabis wird von Ibn al- J) Die Stelle wird Ez Chajim S. 89 angeführt. -) Ez Cli. S. 4. 3) Das Kitäb al-Mul.it erscheint benutzt: S. 13 Z. 8. Mul.it. lb S. 14 Z. 25. nia»j?3 «e HS. Leiden Nr. 41 BL 4a. cna nara r.iSipr, isa ist?» vh nr»i nnar: D3'K nnei .cnstra eno .vphn »3t? hy n'j?e«n o. S.79. Mul.it. 44b. S. 81. Muht 14a, 14b 16b, 22b. S. 83. Muht. 25b. S. 93. Muht 56a ff. S. 100. Muht. 60b, 78a ff. S. 105. Muht. 67b. S. 115. Muht 98äff. S. 116. Muht 108äff. S. 118. Muht 47äff. S. 121—122. Muht. 94a, 92a. S. 131 a (npnomBD). Muht. 95b, 96a. S. 132. Muht. 96a,b. S. 135. Mul.it 87b, 88a. S. 165. Muht. 49a. S. 166 (das zweite Citat). Muht 53a unten. S. 204. Muht 142b, 143. 4) Bei J. al-B. heissen sie: Zustände. •') Muht. 45 a. «) Al-Tabakät al-kubrä I 237. *) S. Fihrist I. S. 180.