Mannheim
Compact Memory

Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin · 1895-01-01 · 13.1895 · page 55

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
Volume
13.1895
Date
1895-01-01
Page
– (sequence 55)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2273546-2273571--0506-2274274
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

— 54 — Die Beweise für die Einheit Grottes. An erster Stelle wird von Maim. der Beweis von den gegenseitigen Hinderung angeführt,, dem wir schon bei Sa'adja begegnet sind1). Den zweiten Beweis betrachtet Maimonides als einen philosophischen, wenn nur seine Prämissen klargestellt sind. In der That wird er auch von Fachr al-Din Räzi2) als der stärkste bezeichnet, bei dem er folgende Form hat: Wenn wir zwei an sich nothwendigexistirende Wesen voraussetzen, soist doch mindestens die Existenz etwas Beiden Gemeinsames, sie müssen sich aber auch in irgend einem Puncte unterscheiden, woraus dann folgt, dass ein jedes Einzelne zusammengesetzt ist aus demy was Beiden gemeinsam ist, und aus dem, worin sie sich von einander unterscheiden. Alles Zusammengesetzte bedarf seines Theiles, der Theil ist aber nicht mit dem Ganzen identisch, woraus dann folgt, dass ein jedes Zusammengesetzte eines anderen bedarf, also seinem Wesen nach nur möglichexistirend ist. Wir haben aber vorausgesetzt, dass ein Gott nothwendigexistirend sei und so kämen wir durch die Annahme von der Existenz zweier Götter zum Schlüsse, dass das Nothwendigexistirende der Möglichkeit nach existirend sei. — Diese Darstellung ist zwar viel ausführlicher, als die des Maimonides, aber die letztere wird auch von Schemtob b. Josef so ausgelegt, dass es ausser allem Zweifel steht, dass es sich um denselben Beweis handelt3), wenn er auch bei Fachr al-Din Räzi stark durch peripatetische Anschauungen modificirt erscheint. Den Anschauungen, welche Maimüni in dem dritten Beweise berührt, sind wir schon bei Ibn Ezra begegnet, wie sich denn auch der vierte Beweis schon bei den älteren jüd. Schriftstellern findet4). Der fünfte Beweis wird von Maim. einem der späteren Mutakallimün zugeschrieben, Spuren desselben lassen sich jedoch schon bei Sa'adja nachweisen. Die Beweise für die Unkörpe rliehkeit Gottes. Bei den aS'aritischen Mutakallimün nach al-Gazäli können wir die Wahrnehmung machen,, dass sie immer mehr philosophische Anschauungen in ihr dogmatisches System aufnehmen. Auffallend ist dies in den Werken Fachr al-Din Räzis5). Von einer solchen Entlehnung spricht Maim. am Anfange des 76. Capitels. Durch seine Bemerkungen erfahren wir, dass gewisse Mutakallimün einen Beweisder Philosophen für die Unkörperlichkeit Gottes angenommen haben, trotzdem derselbe von al-Gazäli angegriffen worden ist6). Nach diesem Beweise ist die Körperlichkeit Gottes deshalb unannehmbar, e$ULj jsA pL*o»b &X&rJ üj^Üt ü£JIj cXjlX^j! uSy^Ää «ö&äJ y>l tJoJo .,5 OaX^ÜJ fU>3t lyC»j &ii luX$> y5ÜÄT Kixft^Ji öb, jLsülT ax*Jü j^fj 4JLT Sü^uJt rL^I . cälybbJt ^2 u^JJ CT^3 L-*-5' ^-i>!$ ^3 Lx-* »A^ij, j»u*>i L^U tooU, qj-^j S. auch Guide I S. 433. 1) S. oben S. 11. Der Beweis steht auch bei al-Sarastäni, Nihäjat 25b an erster Stelle. Fachr al-Din Razi giebt Maf. VI S. 133 eine Darstellung von einer ganzen Reihe von Beweisen fiir die Einheit Gottes, in welcher wir dem jjuJdl JLjjL ebenfalls begegnen. 2) Das. S. 135. Der Text scheint corrupt zu sein. s) Ueber die Geschichte des Beweises s. Kaufmann, die Theologie des Bachja Ibn Pakuda, S. 57. 4) S. Kaufmann, a. a. 0., S. 56, A. 2. Bei Fachr al-Din Räzi das. ist dies der fünfte Beweis, während der vierte dem fünften des Maim. entspricht. 5) Wie weit dieser sich von der alten Orthodoxie entfernt hat, zeigt seine Aeusserung über das Kitäb altauhid des Ibn Chuzejma (st. i. J. d. H. 311), von welchem er Maf. VII 392 meint, es wäre in Wahrheit ein Kitäb al-ärk. Das Werk findet sich in der kön. Bibliothek zu Berlin, Ahlwardt, Nr. 2394 und zeigt die TJnbeholfenheit der voras'aritischen Orthodoxie in seiner ganzen Grösse. 6) Tahafut al-faläsifa S. 50.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.