Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 13.1895
- Date
- 1895-01-01
- Page
- – (sequence 56)
- Language
- German
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— 55 — -weil ein jeder Körper aus Stoff und Form zusammengesetzt ist. Maina, hält diesen Beweis für einen philosophischen, dessen Richtigkeit zu erweisen er sich anheischig macht. Von den Beweisen der Mutakallimün werden von ihm drei angeführt. Der erste derselben stützt sich auf die Annahme von den Atomen. Wenn nämlich, meinen die Mutakallimün, Gott ein Körper wäre, so wäre er aus Atomen zusammengesetzt, da doch ein jeder Körper aus Atomen besteht. Nun müsste aber entweder ein einziges Atom sämmtliche göttlichen Eigenschaften besitzen und dann wären ausser dem einen Atom alle anderen überflüssig, oder die göttlichen Eigenschaften müssten einem jeden einzelnen Atom zukommen, dann würde es aber viele Götter geben, dessen Unmöglichkeit aber schon erwiesen ist. Der zweite Beweis beruht auf der Anschauung, dass seine Aehnlichkeit zwischen Gott und den .geschaffenen Dingen unmöglich ist. Wer aber die Körperlichkeit Gottes annimmt, der muss auch eine Aehnlichkeit mit den Geschöpfen annehmen1). Nach dem dritten Beweise ist die Körperlichkeit Gottes deshalb abzuweisen, weil wenn Gott -ein Körper wäre, so würde daraus seine Endlichkeit und Bestimmtheit in Betreff des Masses und der Form folgen, und dies muss dahin führen, dass wir die Existenz einer Macht annehmen, welche diese Bestimmtheit bewirkt hat2). — Alle drei Beweise werden von Maimonides verworfen. Von den sonstigen Anschauungen der muhammedanischen Dogmaidker3) werden von Maim. noch diejenigen über die gerechte Weltregierung Gottes berührt4). Unter den fünf Ansichten in Betreff dieses Gegenstandes werden auch die der Mu'taziliten und As'arijja erwähnt. Die Ansicht der As'ariten ist, dass nichts dem Zufall anheimgegeben ist und dass ohne den Willen Gottes kein Blatt vom Baume fallt. Alles ist durch den Willen Gottes vorherbestimmt, die Geschehnisse in der Natur, wie alle Thaten der Menschen5). Gott hat die Gebote und Verbote geoffenbart, weil dies sein Wille war, die Menschen erfüllen sie oder lehnen sich auf gegen dieselben, wie dies von Gott bestimmt wird6), er führt die Menschen ins Paradies oder verdammt sie zur Hölle nicht nach ihren Verdiensten, sondern nach seinem Willen, für welchen die Forderungen der Gerechtigkeit nichts bedeuten und für den keine .Zwecke massgebend sind. Maim. giebt hier die mit vielleicht beispielsloser Consequenz durchgeführten Anschauungen der As'ariten wieder, nach denen der Mensch überhaupt kein sittliches Urtheil besitzt. An sich, meinen x) Zu diesen Beweisen überhaupt vgl. den Jeziracomnientar des Jehuda ben Barzilai, ed. Halberstamm £>. 15. Al-Igi, S. 17. Ueber die Anschauung, dass Gott ein Körper, aber nicht wie andere Körper sei, s. Goldziher, Die Zähiriten S. 143. Ausführlich wird sie auch von al-Guwejni, Irsäd 10a, erörtert. 2) Nihäjat 30 a. 0^S jli v£>jJsäJI J^io jt^z}^ c^o|^pJb j**^ j^aäIIj <3üCii^b ^jjüi^ii ^3j£Ü .2Ü|«j ^5 io'Jl=> KäasJ iLfc>U uaX^U K-iLgi^ JO=ü XaPUää ä^oJ jy*2^ £■» UjjW^ J.ßxi| jOs.öj JJCä* pJ> Li Sü^Lwü^a JJbiJi jJj^i" ^J> jlvXä^f 0$ (^2=^1 e^jy^i JJ»*Ji <if LiX^U» ^IXI * Uoaa^U ^©JüLwö joLwuSj Xa^'uüws iU^U tjir**} Q^*^ J^** LoLsÄ^-jj j=>\ jvXÜJ Lo^xa^U qj^SJ :<) Manche Anspielungen auf Ansichten der Mutakallimün s. Münk, Guide I, S. 158f., Kaufmann, Attr. S. 376. 379. 397. 4) More III, Cap. 17. 5) Milal 1191a. Irsäd 40a. gX*Jt jyg* J^ö v_äL* oiftil « ^Ux^li oüj- ^J» UJU kXfl»3 y tJ^u* % »1^ oÜL> 33 üäJUÄ <r>j v-Sil^V» a\ VJfjM* ^jOj »j oLxii HjJö u>äJLju U ^jja ^5 /*S SjJJii <^>iX=> Uli" öol^ili v_ä^J{ J*S>t wsÄX* ^gJt JJC3^L £j y^Jf Ojäil U Al-Nasafi, 44b. Al-Igi 105. Maf. II35,151,367, IV74, V286. 6) Irsäd 45 b.