Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 13.1895
- Date
- 1895-01-01
- Page
- – (sequence 52)
- Language
- German
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— 51 — diese Anschauung der Mutakallimün für ihr System von ausserordentlicher Wichtigkeit. Es gibt nach ihnen kein Naturgesetz, keine wesentliche Eigenschaften der Dinge. Die Welt ist, wie sie in einem jeden Augenblick von Gott von Neuem erschaffen wird, der die Atome mit ihren Accidezen jeden Augenblick wieder ins Dasein ruft. Daher ist auch alles möglich, was die Phantasie sich vorstellen kann, wenn es aber in der Wirklichkeit kein der Vorstellung entsprechendes Object gibt, so beweist dies nicht die Unmöglichkeit derselben, denn es gibt kein Naturgesetz, sondern nur Regelmässigkeiten, die in einem jeden Augenblick sich ändern können. Es ist natürlich, dass Maim. diese Lehre, die auch von Averroes bekämpft wird1), und gegen die er sich schon in den Acht Capiteln ausgesprochen hat, ausführlicher zu widerlegen sucht. Die letzten zwei Prämissen betreffen die Unmöglichkeit des „regressus in infinitum" und die Unzuverlässigkeit der Sinnes Wahrnehmungen 2). Die Beweise für die Schöpfung der Welt. Auf die vorgeführten Voraussetzungen bauten die Mutakallimün ihre Lehre von der Schöpfung der Welt, von der Einheit und Unkörperlichkeit Gottes. Alle Beweise, welche Maim. im Namen der Mutakallimün für die Schöpfung der Welt anführt, können wir im muhammedanischen Kalämwerken nachweisen, und man gewinnt den Eindruck, dass die Darstellung Maimünis wegen ihrer Verständlichkeit und Uebersichtlichkeit auch fürderhin als eine classische gelten darf, die von einer viel tieferen Kenntniss der Kalämliteratur zeugt, als z. ß. die des Averroes war. Maim. berichtet, dass manche Mutakallimün aus den Veränderungen, welche ein lebendes Wesen von seiner Entstehung bis zu seiner Auflösung durchmacht, auf einen Schöpfer schliessen, der diese Veränderungen bewirkt hat, mit der Schöpfung Eines Wesen ist aber auch die Schöpfung der Welt erwiesen. Der Beweis, der von al-Sarastäni im Namen eines As'ariten3) mitgetheilt wird, stimmt mit demjenigen bei Maim. beinahe wörtlich überein. J) S. die Bemerkungen Schenitob Ibn Falaquera's mian mia S. 58. Guide I S. 401. *) S. oben S. 6. Freilich konnten die Mutakallimün hierin sich auf die Ansichten griechischer Philosophen stützen, deren Ansichten sie immer mehr beschäftigten, wie dies auch folgende Stelle bei Fachr al-din Eazi, Muhassal S. 592 zeigt. oL^-w^wii o^yixjl oL^LJuJt yw^Jls»^ (j-j^LJaj., ^w^Lblix^^ ^.jji^Lsf ^cä üyji* jfjä oUj;;fÜl ^J> l»| oLJjCH ^J> }\ oLjj^Üf U>t yw-^Ül j^JLc tj^ULs^ nss-^ &.**+~> ^\ ^Lu Oy^U ^jJCj ufJÄS' Ujj JaUJJ U&fc* AxilbM Jöj . . JUjJie KjliaJi HJyoiJI JjS\ ^c^i ItS S^jS j*Jt*£sl\ ^J^. y^-i-K q5 iJ\X=>{ XäLc^U qIj-SwJ jüjUx* äj-kJLy L_bjJb-> l£.b*J>U ^Jl '^j^y* tf* 5^1 LS^T^ S^Xs»^ »j*££St ' Q^^i y5ü.'i JJ' ^y* *^ 'vX5>!5 ^ba**i Uli Im Folgenden werden noch viele andere Sinnestäuschungen als Beweise dafür angeführt, dass die Snmeswahrnehmungen keine verlässliche Quelle der Erkenntniss sind. 3) Nihäjat 5 a. gl""0! XÄlai xSjXjj ^LwJ^5! Ö.JsjsoLSt Ubjk j^ja^äJI u£JL* Uj^j 'ix^Jal^ ^5 iüLä*a ^Li äjU j^s- Lo &il ^5 vä$Lil j-^ij 8j£>äJ5 Jj^k *aiäLs\ii j^j-kt ^X^>lj (jo-^UÄÜ j»L^s>-^| <o-*.3 L03 jUs ^Lt jJ>\3 ^i'uo ao-Lücs-J q**^ . 2U*/*<^Ji J^XJI aSJjÜ^I JXIJ ^J> c*^' kX>tj Abü-l-Hasan ist nicht al-As'arf, sondern irgend einer der älteren as'aritischen Sejche, von denen mehrere den Namen geführt haben. Wahrscheinlich ist es al-Bahili. Zur Sache vgl. Al-Igi S. 1 Z. 2 v. u.