Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 13.1895
- Date
- 1895-01-01
- Page
- – (sequence 42)
- Language
- German
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…/2273546-2273571--0493-2274261- Visual Library
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— 41 — Der folgende Absatz enthält die drei Prämissen, dass zwei sonst vollkommene Substanzen sich doch durch den Ort (rutsn — h-^O unterscheiden, zwei Accidenzen dadurch, dass sie besondere Substrate haben, zwei geschaffene Dingo, dass sie in verschiedenen Zeitpunkten geschaffen worden sind. Auf diese Prämissen baut er dann weiter die Anschauungen über die Attribute Gottes. Gott ist allmächtig, allwissend, aber seine Allmacht und Weisheit sind nicht ewig1). Er ist einzig, denn mehrere Schöpfer können unmöglich existiren, da wenn Beide dieselben Eigenschaften besitzen, so müssen sie identisch sein2), sind aber ihre Eigenschaften verschieden, so kann der zweite auch nicht existirend sein. Macht und Weisheit sind Accidenzen, die als solche nur auf Substanzen bestehen können. Gott ist aber weder Substanz, noch Accidens, also müssen diese Eigenschaften nothwendigerweise mit ihm eins sein. Sie können ja gar keine besondere Eigenschaften sein, da sie sich doch weder durch die Zeit ihrer Entstehung, noch durch den Träger unterscheiden uüd sie können auch keine besondere Substanzen sein. Sie sind nicht ewig im selben Sinne wie Gott, und sind auch nicht geschaffen. Die letzten zwei Puncte betreffen die Lehre von der Gerechtigkeit Gottes, in denen Ibn Ezra mit Sa'adja einzelne ßerührungspunete zeigt3). Auch in den übrigen Schriften des Abraham b. Ezra finden sich Spuren der Bekanntschaft mit den Kalam. Die von ihm erwähnten "pnan "»Mn und njnn Sipa» -czn sind in manchen Fällen gewiss die Mutakallimün4). Von jüdischen Kalämwerken werden von ihm das „Kitäb al-tauhid" eines Gaons und das Werk des Sa'adja angeführt5). — Er bedient sich manchmal der Eintheilung der Gebote in Offenbarungs- und Vernunftgebote6), wie auch deijenigen nach welcher die Gebote in solche, die im Herzen, durch die Zunge und durch Werke erfüllt werden, einzutheilen sind7). Aber die Seltenheit dieser Spuren, die übrigens auf jüdische Quellen zurückgehen, beweist, dass der Einfluss des Kaläms im «Judenthum im Niedergange begriffen ist. J^s^J öJ>^>wJi ^.Jt c^->Lx^>t öot^^Jt voojf 05 ÖA^^ ^t öjs^>ws \S ^JLt Jjyi CXX^U plw^-^l (j'l^ jJLj öJs->wa X>u.=?Jt ^j^i ö.J^Jt 1^X5"- iül^i ^5 Uj t>5ÜJJ^is> ^$ ÖwV^V/i [^y£- JoOüü ^osä^wj Oj^yÄ> tiNJÖ i-uiXit ^y* [25b] *jJO=WJj . gJt ^ii i^Ji-ij ^1 (^jo\X-5;U isJw^>vÄ^.f j^Ic -^Xj . . . b'uLo La» *i ») Tai HI^X sb* aan «in ncij> Muht. 25 a. tit Q^y^t UjJö CJL?i» ^jJLix ÜjXj U^a'jIö £f?~j2 ^y^i Eine mu'tazilitische Anschauung. -) lieber diesen Beweis für die Einheit Gottes s. Kaufmann a. a. 0. S. 291 Anm. Mul.it. 42 a. 4 ^i>t JwJ<-V ,0iiljJt »iSUS Ut tJo>tj XüUäJJ oJS' u*^ÜI Ut j^c^lb KÄU^Jt oU*ait Dt j% 3) So, in den Sätzen über die Propheten und deren "Wunderthaten Araanät S. 118ff. ') Comm. zu Koh. 4,3. \>« «in -px in am bki ]♦» ik tr> «in nm ha *a njnn bipt? vaan na*w ioa. 5) xna iiD' ed. Stern 16 a. Ueber die Stelle s. Kaufmann a. a. 0. S. 504. G) N-tiD HD'Cap. 5 gr. Comm. zu Exod. 20,2. Comm. zu den Ps. 78,5. Andere Stellen s. bei Friedländer,. Essays on the writings of Abraham Ibn Ezra S. 49. 7) Einleitung zur Erklärung der zehn Gebote, Exod. 20,2. Hosea 4,15. Vgl. auch zu Ps. 125,4. Vielleicht ist diese auf ßachja zurückzuführen. 6