Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 13.1895
- Date
- 1895-01-01
- Page
- – (sequence 41)
- Language
- German
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— 40 — allen Theilen notwendigerweise zusammenhängend oder aufgelöst ist, denn ein Drittes existirt nicht (ist ausgeschlossen1) so dass wenn jemand sagen würde, er habe einen Körper gesehen, der weder zusammenhängend, noch aufgelöst ist, so würde ich es nicht glauben. Nachdem aber der Körper von diesen Eigenschaften nicht frei sein kann, daraus folgt, dass Substanz und Accidens gleich geschaffen sind. Denn der Begriff des Ewigen ist, dass seine Existenz kein Ende hat, wenn wir also die Substanz immer nur mit dem Geschaffenen beisammen finden, so ist sie diesem gleich (d. h. geschaffen). Wenn aber der Körper nicht geschaffen, sondern ewig wäre, so müsste er vor dem Accidens dagewesen sein und müsste auch ohne Zusammenhang und Auflösung existiren, [da aber dies nicht der Fall ist]2) so folgt daraus, dass der Körper ebenso, wie das Accidens geschaffen ist. Nun folgt der Beweis für das Dasein des Schöpfers3). Nachdem Alles geschaffen ist, bedürfen die Dinge eines Schöpfers4). Denn ich sehe, dass meine Werke meiner bedürfen und wenn ich nicht bin, so sind auch meine Werke nicht vorhanden. Die Werke eines Anderen bedürfen seiner und hängen nicht ab von mir. „Das Werk bedarf aber des Schöpfers, weil es geschaffen ist5), und nur das was nicht existirend ist, bedarf seiner nicht6)." Da wir aber wissen, dass der Körper geschaffen ist und alles Geschaffene eines Schöpfers bedarf, worin es zwischen Substanz und Accidens keinen Unterschied gibt, denn beide sind existirende Dinge, daraus folgt, dass die Welt einen Schöpfer hat. Wir hielten es für nothwendig, die schwierigeren Theile des Schriftchens ausführlicher wiederzugeben. Von den folgenden Puncten werden wir nur kurz den Inhalt angeben und in den Anmerkungen auf die betreffenden Capitei des Muhtawi hinweisen. Nachdem Ibn Ezra, das Dasein Gottes zu beweisen gesucht, handelt er in drei Puncten vom Wesen, von der Einheit und den Eigenschaften Gottes. Gottes Wesen ist unerkennbar, er kann mit seinen Geschöpfen nicht verglichen werden. Er ist ewig, denn wenn er einen Schöpfer hätte, müsste dieser auch einen Schöpfer haben und wir müssten eine unendliche Reihe von Schöpfern annehmen7). Gott bedarf keines Ortes und auch keines seiner Geschöpfe. x) In der 2. Zeile des Absatzes ist für 13 zu lesen 2) Die Worte iaro ick nm geben keinen Sinn, der Zusammenhang fordert aber die in Klammern gegebene Ergänzung oder etwas Aehnliches. 3) Muht. IIa. vi>A^#Jf üLot i—>'b Am Anfange des Capitels ist von den Bewegungen, welche vom Willen, des Menschen abhängen und vom Unterschied die Rede, der -zwischen ihnen und den vom "Willen unabhängigen Zuständen ist. 4) ctsnnS enno öoL^üi öJs^u. 5) enn invn ]yab vm b» rwyon -pwv Muht. IIb. aJI aü^lju J^-'bJ ti*ii gLÄ=>f cy«X>U ^üXamj ^\ v^^-J L»Jc\ä Ebenso sagt Jehuda Hadassi, issn bzvtt Hr. 26. «Sn A»3»m jnn hto bsrmn n»iy bx *onos« :bssf vyn bsi pnn mvon. «) e>i ÜB" »b b» vb» n \>tt "rron. Für w» »b b« ist wohl uts>» »bb »bn zu lesen. Die Stelle wird durch Muht. 12a erläutert: j^^^i C5JL£XU _jü L^SjiXo Lgleli l$X>L> iöUJÜi Ui5 Lif ^jx % : liL^üi eo5^ U öc\-^uJi (J\ l^Xa-L^U äJ-c iülxjüt 0! _J 0L<J *o.l\=> cxx^u cs*5 £^ (J ^-b^s j^.J. W~azA l^u xl* ^JS U 0I «*Ji iSj^Ci ^Jt äJLc »Wir sagen, dass die Ursache davon, dass die Schrift notwendigerweise einen Urheber haben muss, darin liegt, dass sie entstanden ist, wenn also der Körper trotz seines Entstandensein keines Schöpfers bedarf,, so müssten wir annehmen können, dass es keinen Grund giebt, dessenthalben die Schrift einen Urheber haben müsse, ausser ihrem gegenwärtigen Zustande. Die Erklärung hiervon aber ist, dass nachdem z. B. die Bewegung die Ursache davon ist, dass ihr Substrat sich bewegt, ihre Existenz an keinem Orte möglich ist, wenn sie nicht die Ursache des Sichbewegens ist" Das ist wohl so zu verstehen, dass ebenso wie Schrift nothwendigerweise den Act des Schreibens und eines Schreibenden, das Sichbewegen eines Körpers den Act der Bewegung voraussezt, ebenso setzen die geschaffenen. Dinge den Schöpfungsact und einen Schöpfer voraus. ') Muht. 25a. IÄXäo säfS' \^s-ß UjlXS j/i ^jCj _jJ jü5 aJL*-«o U^s i^SaS ö<X>lfl C5JLfc j.L*=»-^f Sc=*Ü> ^gJLe J^ä ju LÜÜJ Laj u5ÜJ y^-i ^rt*^