Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Journal
- Bericht der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin
- Volume
- 13.1895
- Date
- 1895-01-01
- Page
- – (sequence 38)
- Language
- German
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— 37 — wer die höchste Stufe der Frömmigkeit und der Reinheit der Seele erreicht, unbedingt zum Propheten wird, die Prophetie sei also keine besondere Gabe Gottes. Eine eifrige Verfechterin hatten die Anschauungen des lbn Mejsara und Ismä'il al-Ru'ejni an der Tochter des Letzteren, die im Gegensatze zu ihrem Gemahl, Ahmed und ihrem Sohne, die sich zu jenen Anschauungen nicht zu bekennen wagten, an den Anschauungen ihres Vaters festhielt, ein muhammedanisches Gegenstück zn jener karäischen Mu'allima, die nach dem Tode ihres Mannes die Lehren des Karäerthums in Spanien zu verbreiten bestrebt war1). Ibn Hazm schliesst seine Mittheilungen über diese ketzerische Familie mit der Bemerkung, dass er es für angezeigt gehalten habe, deren Anschauungen mitzutheilen, da sie zu seiner Zeit sehr wenige Anhänger hatten. Jedenfalls ersehen wir daraus, dass kadaritische und sonstige ketzerische Anschauungen noch vor dem Auftreten der Philosophen auch in Spanien bekannt waren. Ausserdem aber konnte Ibn Ezra auch durch die Schriften der Karäer, von denen eine grosse Anzahl ihm bekannt war, mit mu'tazilitischen Lehren bekannt werden. Und in der That finden wir zwischen den Schriften des Josef al-Basir, die auch von dem Freunde Abr. Ibn Ezra's, Josef Ibn Zaddik, benutzt wurden, und dem hier zu besprechenden Schriftchen lbn Ezra's eine solch auffallende Uebereinstimmung, dass wir nicht fehlgehen dürften, wenn wir annehmen, lbn Ezra biete uns in dieser Schrift nur die gereimte Zusammenfassung einzelner Capitel aus dem Muhtawi des Josef al-Basir, oder aus einer anderen Schrift desselben, deren Inhalt mit demjenigen des Muhtawi li-usül al-din zum Theil identisch ist. Im ersten Absatz spricht lbn Ezra von den drei Erkenntnissquellen, denen wir schon bei Sa'adja begegneten und von einzelnen Grund begriffen, welcher er in der Behandlung der folgenden Puncte bedarf. Alle Dinge sind existirend, oder nichtexistirend, ein Drittes ist ausgeschlossen2). Das Existirende ist, was dasteht und ist, das Nichtexistirende, was nicht dasteht und ist.3) Ein Ding kann unmöglich existirend und nichtexistirend zugleich, zusammenhängend und aufgelöst zur selben Zeit sein. Ewig ist, was keinen Anfang und kein Ende hat, geschaffen, was ein Ende und einen Anfang hat4). Dies sind einzelne Prämissen, welchen sich aber im folgenden Puncte noch andere anschliessen. Die Welt besteht aus Substanzen und Accidenzen5). Substanz ist was einen Raum einnimmt und ein .anderes Ding verhindert (zur selben Zeit) an seine Stell» zu treten. Das Accidens ist, was der Substanz zukommt und auf der Substanz sich befindet, es gibt aber keine Substanz ohne Accidens6). Das Accidens kann verschwinden, wenn ein anderes Accidens an seine Stelle kommt, welches dem -ersten entgegengesetzt ist, die Substanz aber bleibt7). Die Zusammensetzung der Substanzen bildet den Körper. Dieser ist etwas, was drei Dimensionen einnimmt8). — Der Körper ist nothwendiger Weise in zusammenhängendem oder aufgelöstem Zustande, zusammenhängend ist aber ein Körper, wenn Abr. Ibn Däwüd, n^apn no 'D ed. Neubauer S. 79. -) mn'j?a 'D, Leidener HS. cod. Warner 41, 3b. oia«i '«isa wm lpSn nanin nasa. a) Das. nnwa «s» *6 jm*ni D»ipa *6i rmn ia*«t? waian «in waiam n'ipan n«»mn «in »»wart »a >3sa. 4) Das. ennnn ntr« «in »inn na« pisnn n«i nSnni »«*i lS »»» «in ennm nianpi »nn .n»pSn »jbi pSnn» uraani vmr\ ini«n»aS w« «in panpm im«*xa. Mubtawi 5b. ^o]^tS\ j&x* oi-ä^i (jbju j_>^ ^S-?5 y^jq CS* 0*&^' CS* )J^^ (»^vXjLia ^ry3 pj^**^ >^L^ i)j^>0 . QtäjZÄ* ^jjjt+Z^ d\y>-^ Ebenso heisst es bei Jehuda Hadassi isan hxf», Nr. 64. nna« na nW ptnpa nawn »inn nna« na tsnna nW ny s|« ^aSiya panp «*ip> «in inianpS n>v»-\ «'ji inwma^ nSnn ]»»» um nawn iimpn ."pssh ann «np» «in wnn^i wi«nta^ nfom ,rw«"i V? »»» tnn 5) ma^ya 'o das. j?b«i navin pSnn» ennm. 6) Das. .mpa »ien» «Si poy »b «sa» dk to« «in j?a«m .n*yB«n Sapm n«e Disnm (so) pDj?ni «san ns n»« na»nnro siaipaa wa>8? nniaa /ij»iai fWBini npqpna «»n »a nxwxa nya nBion navinm. 7) Das. 4 a. nna nwnnSi nvuS w« n"paym ovpn p a«n' vh\ nun wcb« ms»n nanv yasn nB»a pi. 8) Das. 3 b. nia»nna onsoim nnaam na Auw» nimm ppj/ni aimm -pwn «in sjum